"Prinzengrab" in LankFriedhöfe in Meerbusch

Friedhöfe gehören als ganzes und mit ihren Anlagen, Alleen, Grabstätten und Grabsteinen zum Kulturerbe einer Stadt. Mahnmale, die in Meerbusch sowohl innerhalb als auch außerhalb der Friedhöfe zu finden sind,  gehören ebenfalls dazu. Unter Denkmalschutz gestellte Friedhöfe, Grabmale, Grabsteine und Mahnmale werden in "Denkmallisten" in der Regel mit einer kurzen Beschreibung und Begründung zusammengestellt. Auch auf der Denkmalliste der Stadt Meerbusch befinden sich Grabdenkmäler, darunter der jüdische Friedhof in Lank , das sog. "Prinzengrab" auf dem Friedhof Lank I (s. Foto) sowie zahlreiche Mahnmale innerhalb und außerhalb der Friedhöfe.

Diese Grabdenkmäler und Mahnmale (Fachleute zählen sie zu den  "steinernen Kleindenkmälern") sind durch die Listung zwar formal geschützt, oft fehlen in der bisherigen Liste jedoch nähere Beschreibungen oder gar Abbildungen. Die Liste basiert auf Eintragungen der frühen 80er Jahre. Weitere Eintragungen sind in den letzten Jahren nicht hinzugekommen, obwohl es noch eine ganze Reihe von schützenswerten Friedhofsbereichen, Grabanlagen, Grabstätten und Grabsteinen gibt. Wenn diese nicht unter Denkmalschutz gestellt werden, besteht die Gefahr, dass sie unbeachtet bleiben, ggf. sogar verfallen und somit aus der Erinnerung verschwinden. 

Das Meerbuscher Ortskuratorium (2005-2018) der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD) nahm sich vor, auf dieses Kulturgut in Meerbusch aufmerksam zu machen. Es initiierte besondere Friedhofsführungen (durchgeführt von Mike Kunze M.A., Vors. des Meerbuscher Geschichtsvereins) und die Bildung einer eigenen Projektgruppe "Grabdenkmäler in Meerbusch", der Historiker, Kunsthistoriker, Theologen und Mitglieder des Ortskuratoriums angehörten. Diese nahm sich in den Jahren 2014 bis 2018 eine Bestandsaufnahme mit Empfehlungen für die Unterschutzstellung besonders erhaltenswerter Bereiche, Anlagen, Stätten und Steine gem. Denkmalschutzgesetz des Landes NRW (DSchG NRW) vor. Die Projektgruppe stellt hiermit ihre Arbeitsergebnisse der interessierten Öffentlichkeit vor. Sie versteht sie  zugleich  als eine Vorarbeit für die Entscheidungen der Fachbehörden und der politischen Gremien. 

Der für Denkmalfragen zuständige Kulturausschuss des Rates der Stadt hatte sich am 24. 9. 2014 das Arbeitsvorhaben der Projektgruppe vorstellen lassen. Er begrüßte die Arbeit der Projektgruppe und bat die Verwaltung um Unterstützung dieser Arbeit. Er stellte fest: "Die qualifizierte Bestandsaufnahme der Projektgruppe ist eine wertvolle Unterstützung bei der möglichen Unterschutzstellung von  Grabdenkmälern und Friedhofsbereichen" (Protokoll der Sitzung vom 24.9.2014 mit Anlage zu TOP 5). Der Projektgruppe gehörten seit Beginn an: Dr. Lothar Beseler (DSD), Elisabeth Janssen (DSD), Michael Hündgen (DSD), Dr. Margot Klütsch (Kunsthistorikerin), Mike Kunze (Historiker und Vors. des Meerbuscher Geschichtsvereins), Falk Neefken (Theologe und Pfarrer i.R.), Ludwig Petry (DSD und Leiter der Projektgruppe), Regina Spoerle (Dokumentation).

Die Projektgruppe  hat für die Vorlage ihrer bisherigen Arbeitsergebnisse diese Form der Internetpräsentation gewählt, um den Dialog mit der Öffentlichkeit und den Entscheidern zu erleichtern. Sie dankt dem Meerbuscher Kulturkreis e.V. für die Einrichtung eines entsprechenden Portals auf seiner Homepage. Sie dankt gleichzeitig der Unteren Denkmalbehörde und der Friedhofsverwaltung für die fachliche Begleitung und Unterstützung.  

Die Projektgruppe konnte bei ihrer Arbeit zurückgreifen auf Vorarbeiten von Vereinen wie dem Geschichtsverein Meerbusch (eine Reihe von Beiträgen in den Meerbuscher Geschichtsheften, darunter die fünfteilige Serie "Was vom Leben bleibt - Grabsteine als lokalhistorische Quelle" von Mike Kunze in den Heften 27 bis 31) und dem Heimatkreis Lank e.V. (s. z.B. Kommentar von Franz-Josef Jürgens: "Auf unserem Friedhof an der Rheinstraße besteht Handlungsbedarf" (Dä Bott 2013, S. 85 ff. PDF-Datei ). Die Seiten "Friedhöfe und Sepulkralkultur" auf dem Internetportal "Kirchen-Kunst-Kultur in Meerbusch" bieten den Rahmen für die Darstellung des Friedhofswesens allgemein und in Meerbusch im Besonderen.

Zwei Friedhöfe bzw. Grabflächen haben wir nicht dargestellt, weil sie entweder bereits unter Denkmalschutz stehen ( jüdischer Friedhof in Lank) oder weil noch nicht entschieden ist, wo die bereits gefundenen Grabplatten und Grabsteine entgültig registriert und aufbewahrt werden (Zeugnisse von ehemaligen Grabstätten auf dem Gelände von Haus Meer in Büderich, dazu unsere Anmerkungen im Album "Büderich"). 

Der Leser und Benutzer dieser Seite wird zu den einzelnen Friedhöfen durch das Anklicken der am Ende eingestellten Alben (Lagepläne der jeweiligen Friedhöfe) und von dort zu den einzelnen Grabmalen durch das Anklicken der ebenfalls jeweils am Ende eingestellten Unteralben (beschriftete Aktendeckel) weitergeleitet.

Wenn bei der Handhabung Probleme entstehen oder bei den Inhalten Klärungs- bzw. Ergänzungsbedarf besteht, bitten wir um Rückmeldung. Wir möchten gerne mit Ihrer Hilfe die Präsentation Schritt für Schritt optimieren. Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein! 

Meerbusch, den 25.2.2019        Ludwig Petry  (Leiter der Projektgruppe) 

Weitere Schritte:

07.05.19: Falk Neefken und Ludwig Petry stellen die "Bestandsaufnahme" der Unteren Denkmalbehörde, der Friedhofsverwaltung und dem Vors. des Kulturausschusses vor

15.05.19: Ludwig Petry stellt die Bestandsaufnahme der Öffentlichkeit vor (Vortrag vor dem Heimatkreis Lank in der Teloy-Mühle)

18.05.19: Die Rheinische Post berichtet über den Vortrag "Geschichtsbücher aus Stein"

 

 

Literatur:

Haefs, Theo und Jürgens, Franz-Josef: Das Prinzengrab auf dem Lanker Friedhof, in: Dä Bott 2012, S. 14-18

Klütsch, Margot: Spiegel mit vielen Facetten - Friedhöfe und Grabmalkunst in Meerbusch, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2013, Neuss 2012

Kunze, Mike: Was vom Leben bleibt - Grabsteine als lokalhistorische Quelle, Teil I  bis V in den Meerbuscher Geschichtsheften 27 bis 31

Lange, Claus: Der Düsseldorfer Nordfriedhof, Rheinische Kunststätten H. 515, hrsg. Rhein.Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, Köln 2010

Metzmacher, Wulf: Düsseldorfs Friedhöfe. Gärten - Menschen - Kunstdenkmäler, Düsseldorf 2010

Walter, Kerstin: Historische Friedhöfe als Gartendenkmäler, in: 20 Jahre Gartendenkmalpflege - Standortbestimmung. Dokumentation zum 20. Kölner Gespräch zu Architektur und Denkmalpflege in Köln, 11. Mai 2015 = Heft 23 der Mitteilungen aus dem LVR-Amt für Denkmalpflege, Köln 2015, S. 39 - 54 ( pdf-Datei )

Zacher, Inge:  Düsseldorfer Friedhöfe und Grabmäler, Schwann-Verlag Düsseldorf 1982

Zacher, Inge:  Vom Gottesacker zum Familienpark, Düsseldorf 2014

 

Die gesamte jeweils fortgeschriebene Literaturliste zur Darstellung der einzelnen Objekte finden Sie unter: 

Liste der benutzten Literatur

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Weiterführende Informationen und Links:

 

Appell der Deutschen Stiftung Denkmalschutz: Das Kulturgut "Friedhöfe" ist in Gefahr!:  Deutsche Stiftung Denkmalschutz

Friedhofswesen in Deutschland (von Falk Neefken): Geschichte des Friedhofswesens in Deutschland

Museum für Sepulkralkultur in Kassel:  Museum für Sepulkralkultur 

Berühmte Grabstätten in Deutschland: Berühmte Grabstätten auf historischen Friedhöfen in Deutschland

Denkmalpflege im Rheinland:www.denkmalpflege.lvr.de

 

Alle Grabsteine auf den Meerbuscher FriedhöfenListe aller Grabsteine auf den Meerbuscher Friedhöfen

Totenzettelsammlung für den Raum MeerbuschTotenzettelsammlung Rhein Erft

 

Friedhöfe in Düsseldorf und Patenschaften:   Der Nordfriedhofder Golzheimer Friedhof 

sowie eine "Bürgerinitiative", die Patenschaften betreut.

Patenschaften: in Düsseldorf und in Krefeld

Grabfelder als Denkmäler: Alter Friedhof in Rommerskirchen

Denkmalbereich:  Denkmalbereiche im Rheinland (LVR 2016)

Denkmalbereichssatzung: Denkmalbereichssatzung für Friedhof in Haaren  (ganzer Friedhof)

Denkmalbereichssatzung: (für Teile von Friedhöfen? s. Grabfelder als Denkmäler)

 

 

 

 

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