Grabstein Fritz Niehaus

Standort (Feld/Reihe/Stelle): 3/H/10-11

Joseph Beuys Grabmal Niehaus Buderich easyHDR BASIC 2

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Bei diesem Grabstein aus dem Jahr 1951 handelt es sich um einen 68 cm hohen und 185 cm breiten Sandstein in der Form eines schlichten Halbkreises, aus dem sich mittig das Hochrelief eines Gabelkreuzes mit gegeneinander versetzten Ästen abhebt.

Der Grabstein trägt die Inschrift:

Gestorben 30.12.1950, Geboren 16.6.1896.

Hier ruht Fritz Niehaus. Doctor INGENIEUR

Der Grabstein von 1951 ist der erste von Joseph Beuys nach eigenem Entwurf gestaltete Grabstein. Er ist ein Meilenstein in seinem künstlerischen Werdegang. Der Stein hat einen speziellen lokalen Bezug dadurch, dass Beuys ihn als Dank dafür anfertigte, dass er einige Zeit im Meerbuscher Haus der Familie Niehaus wohnen durfte.

Beuys gestaltete den Grabstein aus einfachsten Formen und lud ihn gleichzeitig symbolisch auf. Aus dem Halbkreis hebt sich ein Gabelkreuz ab, das im Mittelalter den Baum des Lebens und den Glauben an die Auferstehung symbolisierte. Die Gegensätze von Tod und Auferstehung werden so vereint. Das Kreissegment ruft Assoziationen an die Leben spendende Sonne hervor, scheint sich aber auch unter der Erde, im Bereich der Toten, fortzusetzen. Damit verweist es zeichenhaft auf den ewigen Kreislauf von Leben und Tod.

Für Elisabeth Niehaus (1899-1982) und Ruth Niehaus - Lissner (1925 - 1994) wurde 1995 der separate Grabstein mit der Sonnenuhr aufgestellt. Im September 2014 hat die Stadt Meerbusch die Schauspielerein und Regisseurin Ruth Niehaus mit einem Straßennamen geehrt.

Für die Erhaltung sprechen insbesondere  künstlerische Gründe gem. DSchG - NRW § 2 (1). 

Die Projektgruppe empfiehlt, den Grabstein Niehaus unter Schutz zu stellen und in die Denkmalliste der Stadt einzutragen.

 

Foto und Literaturhinweise:

 

Foto:

Klütsch, Margot

Weitere Fotos u.a. die Platte mit der SonnenuhrGrabsteine Genealogy

 

Literatur:

Brülls 1995, S. 66-67

Hellmich 2006, S. 39

Höffmann 2002, S. 179 (H. zeigt noch die ursprünglich vor dem Grabstein liegende Platte mit den beiden Namen Elisabeth Niehaus und Ruth Niehaus und der dazwischen zu sehenden Sonnenuhr)

Klütsch 2013, S. 213

Klütsch 2010, S. 37-38