Doppelgrabanlage Münker/Kohtes

Standort (Feld/Reihe/Nr): XII/H/1-6 (Münker), XII/H/8-11 (Kohtes)

Frh LI Doppelgrabanlage Muenker Kothes Petry           

              Frh LI Münker Haefs                    Frh LI Franz Kohtes rechtes Grab Haefs

Die markante Doppelgrabanlage mit zwei Hochkreuzen weist auf zwei einflussreiche, verwandtschaftlich verbundene Familien bäuerlicher Herkunft hin. Die ursprüngliche Einfassung ist bis auf die fehlenden Kupferstangen noch gut erhalten. 

Das linke Hochkreuz markiert die Grabstätte Münker, das rechte die Grabstätte Kohtes. Die Grabstätte Kohtes wurde von dem Steinmetzmeister M. Platen gestaltet.

Die Inschrift auf dem linken Grabstein (Münker) lautet:  

GRABSTÄTTE DER FAMILIE                                                  

THEODOR MÜNKER                                                                                                                      

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ELISABETH MÜNKER                                                               

GEB. MÜNKER                                                                        

GEB. 6.NOV. 1844 GEST. 13.NOV.1909

THEODOR MÜNKER

GEB. 16.SEPT. 1831 GEST. 9.OKT. 1927

JOSEF MÜNKER

GEB. 31.OKT. 1909 GEST. 30.APR.1914

HEINRICH MÜNKER

GEB. 16. DEZ. 1869 GEST. 8.SEPT 1955

HELENE MÜNKER GEB. KOHTES

GEB. 16. JUNI 1873 GEST. 7.SEPT.1958

HEINRICH MÜNKER

GEB. 30.JULI 1911 GESST. 7.NOV. 1985

CHRISTA MÜNKER GEB. ADAMS

GEB. 12.NOV.1919 GEST. 19.FEBR.1994

Die Inschrift auf dem rechten Grabstein (Kohtes) lautet:

RUHESTÄTTE

DER FAMILIE

FRANZ KOHTES

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FRANZ KOHTES

GEB. 24.OKT.1824 GEST. 12.MAI 1917

CHRISTINE KOHTES

GEB. DIEPES

1845-1930

ADOLF KOHTES 

1877-1920

JOSEFINE KOHTES GEB. MÜNKS

1886-1970

[Platte]

KOHTES

KONSTANTIN

1914-2001

ANTONIE

1916-2008

 

Der letzte in der Inschrift der "Grabstätte Münker" aufgeführte Heinrich Münker, geb. auf Haus Kierst, war seit 1926 auf diesem Hof als Landwirt tätig, übernahm ihn 1944 nach dem Tod seines Vaters und bewirtschaftete ihn bis zu seinem Tod im Jahr 1985. Als letzter (ehrenamtlicher) Bürgermeister der Gemeinde Langst-Kierst von 1961 bis 1970 widmete er sich der "kommunalen Daseinsvorsorge" zwischen den beiden Polen "Erhalt des dörflichen Charakters und der Landwirtschaft" und behutsame "Erweiterung des Wohnsiedlungsbereichs". Sein Engagement und sein Einfluss spiegeln sich wieder in zahlreichen Aktivitäten in der Ortsbauernschaft, im Deichverband, in der Schützenbruderschaft, der Freiwilligen Feuerwehr, dem Lanker Kirchenvorstand und dem Langst-Kierster Pfarrgemeinderat. Im Zusammenhang mit der kommunalen Gebietsreform in NRW setzte er sich für den Zusammenschluss der Zusammenschluss der Gemeinden des Amtes Lank mit Büderich und Osterath zur neuen Stadt Meerbusch ein. Nach der Neugliederung gehörte er dem Rat der Stadt Meerbusch und dem Kreistag des Kreises Neuss an. 1982 wurde Heinrich Münker mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet. Heinrich Münker personifieziert die Brücke zwischen der alten Gemeinde Langst-Kierst und dem Stadtteil Langst-Kierst der neuen Stadt Meerbusch. 

 

Die Geschichte der Familie Kohtes lässt sich weit bis in den Beginn der 19. Jahrhunderts zurückverfolgen. Es waren "Ackersleute", Gaststättenbesitzer, Weinbrandbrennerei-Betreiber sowie gesellschaftlich aktive Mitglieder im Gemeinderat und bei den Schützen. Die Familie war durch Heirat verbunden mit Höfen im Umkreis, kaufte Ackerland hinzu und achtete darauf, dass in der Erbfolge der "Hof als Ganzes erhalten blieb". Die Inschrift "Ruhestätte der Familie Franz Kohtes" zeigt etwas von dem Stolz auf eine langjährige Familientradition. Franz Kohtes erweiterte den vom Vater übernommenen Hof noch einmal beträchtlich durch Ankauf weiterer zahlreicher Grundstücke und betrieb in großem Umfang die Herstellung von Rübenkraut. Er heiratete Christine Diepes von den Streithöfen in Willich und übertrug noch zu Lebzeiten den Hof notariell auf seinen Sohn Adolf. Dieser heiratete Josefine Münks vom Fegeteschhof in Stratum. Nach dessen Tod 1960 ging der Hof in den Besitz von Konstantin Kohtes über.

2020 droht der Abriss des Kohteshofes in der Uerdinger Straße in Lank. Aus diesem Anlaß blickt Mike Kunze in der Rheinischen Post auf die rund 200 Jahre Geschichte des Hofes zurück. 

Die Projektgruppe empfiehlt, die Doppelgrabanlage Münker/Kohtes als ganzes gem. DSchG - NRW unter Schutz zu stellen und in die Denkmalliste der Stadt Meerbusch einzutragen.

 

Foto/Links und Literaturhinweise:

 

Fotos:

Petry, Ludwig 

 

Links:

Link zu weiteren Fotos (Münker)

Link zu weiteren Fotos (Kohtes) 

 

Literatur:

Kohtes "D`r Länkter Bott" Mappe 3

Kunze (Teil III) 2012, S. 131 f.  

Kunze, Mike: Wird der Kohteshof abgerissen? in: Rheinische Post c. 28.7.20 (s. Link im Text oben)

Regenbrecht 2017, S. 141 - 145