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Am 6. Oktober 2022 traf sich eine 30-köpfige Gruppe am Parkplatz Haus Meer, um an dem frühen Herbstmorgen bei noch kühlem, aber schon sonnigem Wetter an einer Tagesfahrt ins Planetarium Bochum und ins Industriemuseum Textilfabrik Cromford in Ratingen teilzunehmen.

Die Fahrt nach Bochum verlief problemlos auf völlig staufreien Autobahnen und so erreichte der Bus eher als geplant das Gebäude mit der 15 Meter hohen halbkugelförmigen silbrigen Kuppel, das auf einem Hügel ganz in der Nähe des Stadtgartens liegt. Anfang der 1960er Jahre wurde das Planetarium errichtet und steht seit 2005 unter Denkmalschutz.

Mit Hilfe des bis heute modernsten Sternenprojektors der Welt, gebaut von der Firma Zeiss, kann der Sternenhimmel, wie man ihn von der Erde aus sehen kann, mit über 9000 Sternen auf die 600 qm große Innenfläche der Kuppel projiziert werden.
Aber das ist nicht alles.

In verschiedenen „AstronomieShows“ werden die Zuschauer*innen mitgenommen auf eine Reise durch das Universum, zum Polarlicht, zu „Schwarzen Löchern“ oder zu „Milliarden Sonnen“.

Die MKK-Gruppe erlebte die 60-minütige Show mit dem Titel „Vom Urknall zum Menschen“, in der die Entwicklung der Welt und des Kosmos selbst dargestellt wurde. In einer fast 14 Milliarden Jahre umspannenden Zeitreise wurde in eindrucksvollen Bildern dargestellt, wie Sonne, Erde und Milchstraße entstanden und wie sich dann das Leben auf der jungen Erde entwickelte. Gewaltige Sternexplosionen und katastrophale Einschläge von Kometen auf der Erde waren ebenso Teil der Geschichte wie die Dinosaurier und andere Wesen der Urzeit. Unvergesslich für die Zuschauer*innen dürfte folgende Erkenntnis sein: Wenn man die o.g. 14 Mrd. Jahre auf ein Jahr mit 365 Tagen projiziert, dann gibt es den Menschen erst seit 2 Sekunden!

Während der anschließenden Busfahrt konnten die Teilnehmer*innen das eben Gesehene noch einmal Revue passieren lassen.

Nach einer Mittagspause im stilvollen Restaurant Liebevoll in der Auermühle, idyllisch gelegen am Angerbach, ging es weiter zum Textilmuseum Cromford.
Im Tal der Anger, einem 36 km langen Zufluss des Rheins, verläuft eine Route der Industriekultur, die u.a. zum Textilmuseum führt.
Eine 90-minütige Führung durch die fünfstöckige „Hohe Fabrik“ und das spätbarocke, bürgerliche Herrenhaus informierte über die Geschichte der Fabrik, des Unternehmens und den Weg der Baumwolle zum Garn.
Die Baumwollspinnerei wurde 1783/84 von dem Wuppertaler Kaufmann und Unternehmer Johann Gottfried Brügelmann als erste Fabrik auf dem europäischen Festland gegründet. Das unternehmerische Vorgehen Brügelmanns lässt sich für die damalige Zeit als bemerkenswert einstufen, da er zum einen den Standort an der Anger in sicherer Entfernung zu den konkurrierenden Leinenwebern im reichen Elberfeld, wo wesentlich höhere Löhne gezahlt werden mussten, wählte. Zum anderen betrieb er in Großbritannien Industriespionage, indem er die Technologie zur Baumwollverarbeitung erforschte und kopierte.
In Anlehnung an die erste Baumwollfabrik der Welt in Cromford (England), die ebenfalls von Wasserrädern angetrieben wurde, erhielt die Fabrik in Ratingen ihren Namen.
Die Gruppe hatte Glück: Nach einer Generalüberholung wurden die originalgetreu nachgebauten Maschinen aus dem 18. Jahrhundert an diesem Tag das erste Mal wieder in Gang gesetzt. So konnte der Prozess von der Rohbaumwolle bis zum fertigen Baumwollgarn und auch die körperlich ausgesprochen anstrengende Arbeit der meist jugendlichen oder weiblichen Arbeiter*innen anschaulich demonstriert werden.
Anschließend gab es die Möglichkeit zu einem kleinen Spaziergang durch den Cromford- oder auch Poensgenpark, Beispiel für einen “späten Landschaftspark“ an der Wende zum 20. Jahrhundert.

Insgesamt verbrachten die Teilnehmer*innen - natürlich auch dank des ihnen wohlgesonnenen Wettergottes - einen an interessanten Eindrücken und menschlichen Begegnungen reichen Tag in Bochum und Ratingen.

 

Gisela Saßmannshausen
Christa Ahrens-Wilke

Freigegeben in Neues vom MKK