Der Sonntag, 17. März, wird für alle 44 Teilnehmer ein unvergessliches Erlebnis bleiben! Und es war nicht allein das beschwingte Klassikkonzert zur Begrüßung des Frühlings unter dem Titel "Komm, holder Lenz", das dieses Erlebnis ausgelöst hatte. Nein, da war noch etwas, was uns allen förmlich den Atem verschlagen hatte: Die Faszination und Einmaligkeit der Historischen Stadthalle auf dem Johannisberg. Das Konzert selbst in gleicher oder ähnlicher Besetzung hätten wir auch in der Tonhalle Düsseldorf erleben können. Nichts gegen die Tonhalle, aber diese Konzerthalle in Wuppertal ist etwas ganz Großartiges, wirklich Atemberaubendes. Eben ein unvergessliches Erlebnis!: Einzige Kritik: Obwohl die Wandelhalle ausreichend groß ist, standen die vielen Besucher vor der Veranstaltung und in der Pause viel zu eng, und das Servicepersonal an den Bars war hoffnungslos überfordert. Vergleicht man diese Pausen mit der Tonhalle Düsseldorf, so muss man sagen, dass es dort wesentlich ruhiger und entspannter zugeht und dem Rahmen eher entspricht.

Doch erst einmal zum Konzert: Passend zum Titel "Komm, holder Lenz"- Ein musikalischer Blumenstrauß zum Frühlingsanfang - hatte der Organisator, Dirigent und Moderator Franz Lamprecht wieder leichte, beschwingte Klassik- und Filmmusik gewählt: Werke von Giuseppe Verdi, Gioachino Rossini, Elmar Bernstein, Ernest Gold, Franz Lehár, Ruperto Chapi, Johann Strauß/Sohn, Gerhard Winkler, Léo Delibes und Carl Zeller.

Mitwirkende waren der Chor der Landesregierung Düsseldorf und der Oratorien-Chor Hilden, die Russische Kammerphilharmonie St. Petersburg und Kinga Dobay, Mezzo. Stimme und Temperament der aus dem siebenbürgischen Tingu Mures stammenden Sängerin waren gewaltig und mitreißend. Die Chordamen sorgten mit ihren unterschiedlich farbigen Blusen für eine bunte Optik, für frühlingshafte Fröhlichkeit. Und die St. Petersburger Musiker überzeugten bei ihrem ersten Auftritt mit ihrer absoluten Perfektion und ihrem mitreißenden Feuer. Man möchte sie noch häufiger erleben können. Alle Mitwirkenden haben alles gegeben.
Das Publikum war begeistert und forderte immer wieder durch nicht nachlassenden Applaus neue Zugaben. Hunderte von bunten Primelchen warteten in der Wandelhalle, um vom weiblichen Publikum mitgenommen zu werden. Der Abend hätte nicht schöner sein können.

Sir Simon Rattle äußerte sich einmal zum Ranking der europäischen Konzerthallen mit folgendem Urteil: "Wuppertal hat akustisch einen der besten Konzertsäle in der Welt". Professor Lokkis Team konnte die Bevorzugung bestimmter Konzertsäle erklären, und zwar hat die traditionelle "Schuhkarton"-Architektur eindeutig die Nase vorn. Die akustisch besten Konzertsäle Europas sind alle ähnlich gebaut: Concertgebow Amsterdam, Wiener Musikverein, Historische Stadthalle Wuppertal und Konzerthaus Berlin, Gewandhaus Leipzig.

Über die Historische Stadthalle Wuppertal

Noch einige Anmerkungen zur "Location": Die Historische Stadthalle am Johannisberg wurde im Juli 1900 eröffnet und überstand fast unversehrt beide Weltkriege. Aber nicht nur die Akustik ist Weltniveau, auch die Architektur ist atemberaubend: Neorenaissance italienischer Prägung. Leider hat man dann in den 1950er Jahren den Charakter und die Ästhetik der Säle zugunsten der damaligen architektonischen Stilrichtung grundlegend verändert. Sämtliche Malereien und farbige Fassungen fielen einer einheitlichen Farbgebung zum Opfer. Doch dann, in den Jahren 1991 bis 1995 erfolgte die aufwändige Sanierung und Restaurierung der Historischen Stadthalle. Die Ziele dieser Maßnahme waren die Wiederherstellung und die Optimierung der ursprünglichen ästhetischen und funktionalen Qualitäten des Bauwerks. Am 8. Dezember 1995 lockte die Festveranstaltung zur Einweihung der "neuen" Historischen Stadthalle 40.000 begeisterte Besucher in ihre meisterlich wiederhergestellten Räume. Im Jahr 1996 konnte durch eine private Spende auch eine neue Orgel eingebaut werden.

Erwähnenswert sind neben dem wahrlich grandiosen Großen Saal auch die anderen Räumlichkeiten. Da ist erst einmal die prächtige Wandelhalle, die das festliche Entree des Hauses bildet. Jeder, der noch nie vorher hier war, wird diesen ersten Moment des Betretens nicht mehr vergessen: Es ist ein Erlebnis! Weitere Räumlichkeiten sind: Der neo-klassizistische Mendelssohn Saal, der Offenbach-Saal, der Mahler Saal und Hindemith Saal, die beiden Majolika Säle mit ihren exquisiten Kachelfliesen-Gemälden mit überbordend sinnenfrohem Dekor. Und dann ist da noch die verglaste Gartenhalle mit Blick auf den alten Baumbestand und eine darüberliegende überdachte Terrasse, von der man einen fantastischen Blick auf Wuppertal hat. Und last not least sei das Restaurant Rossini zu erwähnen, nicht nur kulinarisch, sondern auch visuell mit seinem reich verzierten Säulengewölbe ein echter Leckerbissen.

Nach diesem wundervollen Erlebnis wurden seitens der Teilnehmer bereits Wünsche nach einem weiteren Besuch im nächsten Jahr laut. Eine Teilnehmerin schrieb per Mail, dass sie sich bereits jetzt für die nächsten fünf Jahre anmelden möchte! Das ist doch ein Beweis für totale Begeisterung! Ab Mai beginnt der Vorverkauf der Karten. Anstatt am Sonntag, 17. März 2019 mit einem 29er BRINGS-Bus nach Wuppertal zu fahren, wird wohl die Entscheidung zugunsten eines 50er oder 58er Busses ausfallen.

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Steffi Valentin

 

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