Kulturkreis Meerbusch

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Eine Gruppe von 20 Teilnehmern erlebte am Samstag, dem 18. Januar 2020, im Museum Kunstpalast eine eindrucksvolle Führung mit der Kunsthistorikerin Dr. Margot Klütsch durch die Sonderausstellung „Norbert Tadeusz“.

Norbert Tadeusz, am 19. Februar 1940 in Dortmund geboren und am 11. Juli 2011 in Düsseldorf gestorben, studierte zunächst an der Werkkunstschule Dortmund freie Malerei, bevor er 1961 an die Kunstakademie Düsseldorf wechselte. U. a. studierte er bei Joseph Beuys, der ihn zu seinem Meisterschüler machte. Mit seinem figurativen, sehr körperlichen Malstil nahm er gegenüber seinen eher abstrakt malenden Kommilitonen eine Sonderstellung ein.

Die Ausstellung zeigte großformatige Bilder mit teilweise drastischen Darstellungen, die sich dem Betrachter einprägen, da Tadeusz Personen in extremen Körperhaltungen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln zeigt. Das Thema Frau war für den Maler von zentraler Bedeutung. Als Gottheit und Verkörperung der Natur, aber auch als Geliebte oder sogar bedrohliche Partnerin weisen seine Gemälde häufig irritierende und verstörende Inhalte auf.

Das Spektrum der Ausstellung reicht von den sogenannten Sakral-Raum-Bildern und der Serie Nighthawks bis hin zu den überformatigen Seerosenbildern.
„Ich male, was ich sehe.“ Dieser Satz des Künstlers wird häufig zitiert und so lassen auch sämtliche Arbeiten erkennen, dass Tadeusz ein aufmerksamer Beobachter seiner Umgebung war.

Die interessante Führung durch Dr. Margot Klütsch machte Appetit auf eine weitere Beschäftigung mit dem vielschichtigen Werk dieses Düsseldorfer Künstlers, zum Beispiel bei einem Besuch des Tadeusz Pavillons auf der Museumsinsel Hombroich .

Christa Ahrens-Wilke

 

 

 

Freigegeben in Neues vom MKK

30 Jahre nach dem Mauerfall zeigt das Museum Kunstpalast erstmals in Westdeutschland die Malerei der DDR in historischer und ästhetischer Breite und konfrontiert den Betrachter dabei mit Vorurteilen. Solche stabilen Vormeinungen über Kunst aus der DDR sind zum Beispiel, dass es sich nur um eine „Staatskunst“ handelte, die politisch erbaulich sein musste, und dass ihr eine kritische Einstellung zur Gesellschaft fremd gewesen sei.

Die von Steffen Krautzig kuratierte Schau versteht sich als Dokumentation, so wurden Werke von dreizehn Künstlern ausgewählt, um einen vielseitigen und zugleich widersprüchlichen Eindruck von der Kunstepoche zwischen 1949 und 1989 zu vermitteln.

Eine Gruppe von 20 Teilnehmern erlebte am Sonntag, dem 8. Dezember 2019, im Museum Kunstpalast eine interessante Führung durch die junge Kunsthistorikerin Evgenia Sychinskaya unter besonderer Berücksichtigung biografischer und gesellschaftspolitischer Gesichtspunkte. Sie verdeutlichte, wie Künstlerinnen und Künstler in der DDR den Widrigkeiten trotzten und ihnen so kleine Fluchten aus den sozialistischen Vorgaben gelangen.

Zu den bekanntesten Künstlern der DDR gehören Werner Tübke und Wolfgang Mattheuer, die wegen ihrer surrealistisch „verrätselten“ Bilder bei den Funktionären wenig beliebt waren. Die Betrachtung ihrer Bilder ermöglicht vielfältige Deutungen. So zum Beispiel „Die Ausgezeichnete“ von Mattheuer aus dem Jahr 1974: Eine ältere Frau sitzt niedergeschlagen, aber auch gefasst an einem Tisch, vor ihr drei frische Tulpen, weit und breit keine Auszeichnung. Die Platzierung von Ironie und Witz im Bild ist ein Thema, das sich in der DDR-Kunst gut studieren lässt: In Mattheuers Bild „Seltsamer Zwischenfall“ von 1984 sitzt komischerweise eine glotzende Reisegruppe in dem Wagen des ungarischen Omnibus-Hersteller „Ikarus“ und betrachtet den gefallenen „Helden“ Ikarus.

Ein Saal wurde nur mit Arbeiten A.R. Pencks gefüllt, der es vorzog, sich mit Gelegenheitsarbeiten durchzuschlagen, statt Mitglied im Künstlerverband zu werden. Penck verwendete schon früh Strichmännchen, sein Markenzeichen, zum Beispiel 1963 bei dem Gemälde „Der Übergang“, das als Metapher für die Teilung Deutschlands gedeutet werden kann.

Besonderes Gewicht legt die Ausstellung auf einige Künstlerinnen. Angela Hampel will mit ihren Bildern „Judith“ und „Medea“ Zweifel an Szenen in Mythos und Bibel äußern, die starke, intelligente Frauen als wilde Mörderinnen diffamieren.
Cornelia Schleime zählt zu den Heldinnen der Kunst in der DDR, die sich auf Auseinandersetzungen mit dem Künstlerverband nicht einließ. Sie zeigt sich auf Fotografien in ihrer Behausung in der DDR neben Protokollen der Stasi. Die fand nichts Strafbares, aber der unbürgerliche Lebensstil der Künstlerin genügte, um sie verdächtig zu machen.

Der Besuch dieser lohnenswerten Ausstellung lässt sich noch bis zum 26. Januar 2020 wiederholen. Bei der Eröffnung der Schau durch den Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier als Schirmherr riet dieser dem Betrachter zu „großer Neugier und gespannter Vorurteilslosigkeit“.

Christa Ahrens-Wilke

 

Freigegeben in Neues vom MKK

Am Samstag, dem 18. Januar 2020, lädt der Meerbuscher Kulturkreis um 15.00 Uhr zu einer 60-minütigen Museumsführung durch die Ausstellung „Norbert Tadeusz“ mit Dr. Margot Klütsch

Kosten: 15 € Mitglieder (mit ArtCard 7 €) / Gäste 17 € (mit ArtCard 9 €), Eintritt und Führung
Treffpunkt: 14.45 Uhr Steiner-Lenzlinger-Foyer, Museum Kunstpalast, Ehrenhof 4-5, Düsseldorf
Anmeldung bis 06.01.2020 bei Christa Ahrens-Wilke, Tel. 02159-50543 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

„Ich bin kein Künstler, ich bin Maler“: Norbert Tadeusz (1940 – 2011), Meisterschüler von Joseph Beuys an der Kunstakademie Düsseldorf, entschied sich gegen den damaligen Trend dafür, Maler zu werden. Mit seinen großformatigen Gemälden avancierte er schnell zu einem Protagonisten der figurativen Malerei, die sich von den minimalistischen oder abstrakt ausgerichteten Arbeiten seiner Künstlerkollegen deutlich abhob. Seine virtuos gemalten gegenständlichen Gemälde in kräftigen Farben beeindrucken und irritieren durch ungewohnte Perspektiven und häufig verzerrte Proportionen. Es sind Bilder, die nachhaltig in Erinnerung bleiben.
Die Ausstellung im Kunstpalast umfasst rd. 40 Gemälde und Zeichnungen. Sie entstand in enger Zusammenarbeit mit dem Nachlass des Künstlers.

Christa Ahrens-Wilke

Freigegeben in Neues vom MKK

 „Ist das Kunst oder heißt das Auto?“

Diese Frage stellte sich eine Gruppe von 20 Teilnehmern während einer Führung durch die Ausstellung „PS: Ich liebe dich“ am Samstag, den 17. November 2018.

Im Museum Kunstpalast stehen derzeit Sportwagen auf Sockeln, wie sonst Skulpturen, um den Betrachter für die ästhetischen Dimensionen dieser mit viel Liebe zum Detail gestalteten Objekte zu sensibilisieren.

Während einer ca. 60minütigen Führung lernten wir viel Neues über Design- und Technikgeschichte des Sportwagens.

Die Führung begann bei dem Cisitalia 202 SC, der bereits 1951 als erster Vertreter seiner Gattung im New Yorker MoMa präsentiert wurde. Der für die damalige Zeit radikale Verzicht auf schmückendes Blendwerk a la Detroit und auf separate Kotflügel ließen die stromlinienförmige Schlichtheit des Cisitalia zum Wegweiser in Richtung Moderne werden. Neben der Muschelform des frühen VW-Käfers beeinflusste er auch den ersten Porsche 356.

Außerdem lernten wir, dass die berühmten Möwenflügeltüren des Mercedes-Benz 300 SL Coupe nicht einer Laune des Designers Friedrich Geiger entsprangen, sondern eine technische Notwendigkeit darstellten. Dass nicht nur die Form, sondern auch Farbe wirkt, beweist, dass das Modell in der Farbe Bordeauxrot erstaunlicherweise nur 15 Mal, in Silber aber 526 Mal produziert wurde.

Das Design der Sportwagen Ende der 60ziger Jahre unterscheidet sich grundlegend von den eher rundlich-geschmeidigen Formen der 50ziger Jahre: Der Lamborghini Miura P400 läutet bei seinem Erscheinen 1966 einen der größten Umbrüche in der Geschichte des Automobildesigns ein. Deutlich maskuliner und aggressiver wirkt die neue Keilform, dennoch sträubt sie sich nicht gegen einige kosmetische Details wie z.B. Lamellen an Heck, Tür und um die Scheinwerfer. Spektakulär sind die riesige Haube seines Motorraums und die geöffneten Türen in der Anmutung eines Stierhorns.

Auch die Farben änderten sich dem Zeitgeist entsprechend in der 70ziger Jahren: Gold und Orange lösten Silber, Schilfgrün und Hellblau ab.

Eigentlich müssten noch weitere „Ikonen“ der Designgeschichte erwähnt werden: Zum Beispiel der von James-Bond bevorzugte Aston Martin DB4 Zagato, hier steht er in Dunkelgrün und der Prototyp Alfa Romeo Giulietta Sprint Spezial, eine futuristische Studie, halb Rakete, halb Haifisch und der Jaguar E - Type Coupe mit karikaturhaft langer Haube und – und – und

Da mein diesbezügliches Wissen aber begrenzt ist, fasse ich zusammen, dass es sich um eine sehr interessante, sehenswerte Ausstellung handelt, die gute Laune macht und hervorragend zum „schicken“ Düsseldorf passt.

Die anfänglich gestellte Frage, ob Sportwagen etwas in einem Kunstmuseum zu suchen haben, - (jeder ist in seiner Beurteilung natürlich frei) - lässt sich dahingehend beantworten, dass es sich bei den ausgestellten Automobilen ohne Frage um Kunstwerke der Designwelt handelt.

Christa Ahrens-Wilke

 

Freigegeben in Neues vom MKK

Unsere Auftaktveranstaltung im neuen Jahr war der Besuch der Ausstellung "Hinter dem Vorhang" im Museum Kunstpalast. Das Interesse war so groß, dass noch eine zweite Führung gebucht werden musste. Insgesamt besuchten 45 MKK-Teilnehmer die Ausstellung, in der es um Enthüllungsgeschichten von Tizian bis Christo ging. Der scheidende Generaldirektor Beat Wismer setzt sich mit dieser grandiosen Ausstellung ein Denkmal. Die Idee zu dieser Ausstellung fasste er, als er vor ca. sieben Jahren das Werk von Tizian, "Bildnis des Filippo Archinto", gemalt 1558, im Philadelphia Museum of Art entdeckte. Der Erzbischof ist halb hinter einem Vorhang verborgen. Dieses Wechselspiel zwischen Zeigen und Verbergen, Enthüllen und Verhüllen wird in der Ausstellung durch hochkarätige Leihgaben internationaler Museen verdeutlicht - 200 Exponate von Tizian über Rubens und Gerhard Richter bis Christo, von der Malerei der Renaissance und des Barock über die Kunst der Moderne bis hin zur Gegenwart." Tizians Portrait vom Kardinal Philippo Archinto gehört mit zu den kostbarsten Leihgaben dieser Ausstellung.

Zusammen mit Claudia Blümle, die gerade vor Beginn der Zusammenarbeit als Professorin für Geschichte und Theorie der Form an das Institut für Kunst- und Bildgeschichte der Humboldt-Universität zu Berlin berufen wurde, hat Beat Wismer die Ausstellung in jahrelanger Planung kuratiert.

Blümle nannte den Direktor im Scherz gern den "Bilderjäger". Die Jagd hat atemberaubende Leihgaben aus aller Welt nach Düsseldorf gebracht: Das Metropolitan Museum in New York, das Kölner Wallraf-Richartz-Museum, das Musée d'Orsay in Paris, der Prado in Madrid und viele andere Institutionen und Privatleute schickten ihre Gemälde, Fotografien und Skulpturen auf die Reise nach Düsseldorf. Der Verpackungskünstler Christo, dessen "Wrapped Beetle" (Verpackte VW) zu sehen ist, war zu einem Vortrag sogar persönlich angereist.

Leider durfte nicht fotografiert werden.

Steffi Valentin

 

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