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Mittwoch, 19 August 2020 16:53

Bericht Mitgliederversammlung 2020

Am 16. August fand die disjährige Mitgliederversammlung des MKK bei - trotz Cororna - gutem Besuch in der Realschule Osterath statt:

Rede des Vorsitzenden des Meerbuscher Kulturkreises auf der Mitgliederversammlung am 16.8.2020

Meine sehr verehrten Damen und Herren, liebe Mitglieder des Meerbuscher Kulturkreises,

seit fast 20 Jahren beginne ich meine Rede zur Mitgliederversammlung mit dem Hinweis, dass der Vorsitzende in jedem Jahr Rechenschaft geben muss über die Aktivitäten des Meerbuscher Kulturkreises im abgelaufenen Geschäftsjahr. Ich lege dann dar, was wir alles gemacht haben, lobe die Mitglieder des Vorstandes und des Beirats. Vielleicht sagte ich noch, dass es ein sehr erfolgreiches Jahr war.

In diesem Jahr ist alles anders. Nicht dass wir nicht viel getan haben, dass Reisen und Ausstellungsbesuche nicht erfolgreich waren und dass wie immer der Vorstand und der Beirat zuverlässig und mit großem Einsatz ihre Aufgaben erledigt haben.

Es begann im letzten Sommer so vielversprechend. Das große Interesse – auch von der Teilnehmerzahl her - an dem Besuch von Kunstausstellungen zeigt, wie beliebt diese Angebote des Meerbuscher Kulturkreises sind. Ich nenne die Goetheausstellung in der Bundeskunsthalle, die Fahrt zum Lehmbruck-Museum Duisburg zur dorti-gen Ausstellung „Schönheit, Lehmbruck & Rodin – Meister der Moderne“, den sehr interessanten Besuch der Ausstellung „Ai Weiwei“ im K20, die Tagesbusfahrt nach Rolandseck und Remagen ins Arp Museum zur Ausstellung „Otto Piene – Alchemist und Himmelsstürmer“, die Museumsführung durch die Ausstellung „Utopie und Untergang, Kunst in der DDR“, die Sonderausstellung „Norbert Tadeusz“ im Museum Kunstpalast, die Ausstellung „Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgard“ und schließlich die Tagesbusfahrt nach Bonn zur Ausstellung „Deutscher Blick“ auf Großbritannien“ im Haus der Geschichte und zur Ausstellung „Beethoven – Welt. Bürger. Musik“ in der Bundeskunsthalle.


Als Renner haben sich auch die unter fachkundiger Leitung durchgeführten Spazier-gänge durch Düsseldorfer Stadtteile gezeigt. So wurde der Düsseldorfer Nordfriedhof – Künstler, Gräber und Gelehrte und zwar als 2. Teil besucht, im Juli letzten Jahres ging es zum Nordpark Düsseldorf mit dem Japanischen Garten, der historische Ortskern von Düsseldorf-Gerresheim wurde erkundet und im Oktober letzten Jahres ging der Weg zu repräsentativen Wohnsitzen von Krefelder Seidenfabrikanten und zum Besuch des „Krefeld Pavillon“ unter dem Stichwort „100 Jahre Bauhaus in Krefeld“; wir besuchten die „Villa Merländer“ – eine Gedenkstätte an Nazi-Unrecht im Krefeld. Und im Januar diesen Jahres fand eine sehr informative und attraktive Füh-rung durch die Landes- und Parlamentsgeschichte des Landes NRW in Düsseldorf statt.

Sehr interessant waren die Tagesbusfahrt nach Jülich zum dortigen Forschungszentrum und zur Zitadelle Jülich sowie die Tour durch den Tagebau Garzweiler, die Rekultivierung und einen Umsiedlungsort.

Höhepunkt war im letzten Jahr sicherlich die sehr interessante Kulturreise unter der Überschrift „In die Mitte Europas Bayreuth – Prag – Merseburg – Erfurt“, die wie im-mer professionell von unseren Reisetanten Steffi Valentin und Christa Ahrens-Wilke organisiert wurde. Leider konnte Steffi an der Fahrt aus Gesundheitsgründen nicht teilnehmen; sofort sprang aus unserem „Dreamteam Reisen“ Gisela Saßmannshausen ein, so dass die Reise trotz gelegentlichem Regens ein voller Erfolg wurde. Und schließlich die Soiree Ende November letzten Jahres unter dem Stichworten „Großbritannien und Irland“ im Hotel Vier Jahreszeiten. Das Essen wurde umrahmt von einem interessanten Duo, das mit alten Instrumenten u.a. englische und irische Mu-sik aufspielte. Wir hätten uns durchaus ein größeres Interesse unserer Mitglieder an dieser Veranstaltung gewünscht. Es ist geplant, im kommenden Jahr die Soiree vielleicht im Dyckhof durchzuführen.

Es versteht sich von selbst, dass wieder ein Kulturstammtisch angeboten wurde. Im September letzten Jahres stellten wir Frau Dr. Ute Canaris, Geschäftsführerin Café „Leib und Seele“ vor.


Wenn ich so alles aufzähle, was wir angeboten und unternommen haben: wir könn-ten stolz sein. Es wird sogar noch von weiteren Projekten zu berichten sein. Aber dann kam Corona. Ab Mitte März dieses Jahres bis Anfang Juli mussten alle Veranstaltungen gestrichen werden. Die Tagesbusfahrt nach Bochum und nach Antwerpen und der Besuch verschiedener Kunstausstellungen und Spaziergänge. Wir mussten den Kulturstammtisch mit dem Urgestein des Meerbuscher Kulturkreises, dem langjährigen Vorstands- und Beiratsmitglied Ingrid Kuntze absagen. Selbst die geplante Mitgliederversammlung am 5.7. musste ausfallen. Nur nach einigen Mühen konnten wir für die heutige Mitgliederversammlung die Realschule Osterath buchen; die Platzverhältnisse sind coronabedingt ideal - auch das anschließende Konzert mit der blinden Künstlerin Cass Mae unter Begleitung unseres neuen Mitglieds Raughi Ebert kann hier sehr gut stattfinden.

Viel Kopfzerbrechen hat uns die Absage der Kulturreise nach Potsdam und Berlin vom 24. bis 30 Mai d.J. bereitet. Es war klar, dass diese Reise wegen Corona nicht stattfinden konnte. Das gebuchte Hotel in Berlin hat zunächst eine Stornogebühr von über 9.000 € verlangt, die nur durch den energischen Einsatz unseres Reisebüros Arcanavia in Strümp auf Null reduziert werden konnte. Nur dem Busunternehmen musste eine Stornogebühr gezahlt werden. So Corona es zulässt, wird die Reise im kommenden Jahr nachgeholt werden.

In diesem Zusammenhang ein kurzer Hinweis auf unsere Reisen. Wir haben feststellen müssen, dass einige Mitglieder ihre Anmeldungen zu Tagesreisen manchmal noch am Morgen des Reisetages zurückgezogen haben. Wir haben deshalb ent-schieden, dass diese Reisen im Voraus bezahlt werden müssen und eine Erstattung der gezahlten Kosten nur bei einer Absage bis spätestens 14 Tage vor Veranstal-tungsbeginn erfolgen kann. Denn häufig können wir dann noch Interessenten aus einer Reserveliste erfreuen und ihnen eine Teilnahme anbieten. Und schließlich noch ein Hinweis zum Beitragseinzug. Zunächst: wir haben z.Zt. 350 Mitglieder und damit 25 Mitglieder weniger als vor einem Jahr. Dies liegt u.a. daran, dass wir eine größere Anzahl von Mitgliedern aus unserer Mitgliederliste streichen mussten, weil sie für mehr als 2 Jahre ihren Beitrag nicht geleistet hatten. Von unseren aktuellen Mitglie-dern nehmen 130 an dem Beitragseinzugsverfahren teil.

In unserer Satzung heißt es hierzu: Mit seinem Beitritt erklärt das Mitglied seine Zu-stimmung zur Zahlung des Beitrags durch Lastschrifteinzug. Eine Abweichung bedarf der Zustimmung des Vorstandes. Dies gilt für neue Mitglieder. Leider haben wir eine Minderheit unserer Mitglieder, die bereits vor unserer Satzungsänderung Mitglied waren, nicht vom Bankeinzug überzeugen können.

Es ist alles traurig. Traurig ist, dass – wie dargestellt – viele Veranstaltungen seit März nicht stattfinden konnten. Traurig ist, dass wir unsere Reise nach Berlin und Potsdam stornieren mussten. Traurig ist aber auch, dass die für Oktober geplante Reise nach Israel abgesagt werden musste. Zum einen, weil keiner weiß, wie die Coronasituation im Oktober in Israel sein wird und zum zweiten, weil unser langjähriger Kooperationspartner, die Firma Arte GmbH mit ihrem Geschäftsführer Michael Kumor und seiner Mannschaft, die viele Reisen für uns mit großem Sachverstand und Engagement organisierte und durchführte, coronabedingt Insolvenz anmelden musste. Glücklicherweise sind die bereits erfolgten Anzahlungen von der Versicherung erstattet worden. Wir werden uns jetzt einen neuen Partner für Auslandsreisen suchen müssen, sofern wir sie nicht selbst organisieren können. Vielleicht gibt es ja in Zukunft wieder die Möglichkeit, mit Herrn Kumor Reisen durchzuführen.

Ein wichtiges Projekt, das ich bereits im letzten Jahr vorstellen konnte und das uns sicherlich noch so manches Jahr beschäftigen wird, ist der „Kunstpfad Latumer See“. Um diesen See sollen Kunstwerke unter dem Motto „Kunst trifft auf Natur“ aufgestellt werden. Am 19. und 20. Oktober 2019 wurden in der Teloymühle in einer Ausstellung die bisher eingereichten Vorschläge für Kunst am Latumer See der Öffentlichkeit vorgestellt. Diese Ausstellung wurde gut besucht. Anschließend hat die aus Mitglie-dern der Politik, den Naturschutzverbänden, des Heimatkreises Lank und des Meer-buscher Kulturkreises gebildete Projektgruppe „Kunstpfad Latumer See“, beraten von einem Gestaltungsbeirat, besetzt mit Fachleuten, 6 Werke ausgesucht, die evtl. realisiert werden sollen. Ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Projektgruppe und dem Gestaltungsbeirat hat sodann mit den Künstlerinnen und Künstlern Gespräche geführt. Leider muss ein Projekt wohl gestrichen werden und zwar eine auf dem Latumer See geplante schwimmende Plastik des Lanker Künstlers Nishimura. Die insge-samt 2 Tonnen schweren Bronzekunstwerke können nur sehr schwer auf dem See angebracht werden; zudem ist die Gefahr des Diebstahls zu groß. 
Bei den anderen Kunstwerken stehen die Realisierungschancen recht gut, wenn auch zurzeit überlegt wird, ob nicht auch Kunstwerke überörtlich bekannter Künstler angeschafft werden sollen. Ich hoffe, dass Ende dieses Monats endlich Entscheidungen getroffen werden können. Auch hier gilt: Corona hat uns zeitlich sehr nach hinten geworfen.

Wenn auch vieles nicht realisiert werden konnte. Ein ganz großes Werk haben wir geschafft: die Festschrift zum 40jährigen Bestehen des Meerbuscher Kulturkreises. Unter der Federführung von Dr. Thomas Wolff, Mitglied unseres Beirats und Leiter des Projekts haben viele Vorstands- und Beiratsmitglieder ihm zugearbeitet. Helmut Krüger hat Fotos beigesteuert, Ingrid Kuntze hat ihr Archiv dankenswerter Weise geöffnet, unser Ehrenvorsitzender Ernst-Jürgen Kratz hat aus seiner Zeit als Vorsit-zender einen Beitrag geleistet, Steffi Valentin stellte ihre Projekt „Lesungen in Grundschulen“ mit dem Kinderbuchautor Armin Pongs vor, Christa Ahrens-Wilke konnte von Reisen berichten, Heribert Schween hat viele Artikel beigesteuert und Gisela Saßmannshausen hatte die sehr undankbare Aufgabe, in vielen Stunden Ar-beit inhaltlich und redaktionell alles sozusagen in Form zu bringen. Es ging manches Mal bis an die Grenzen der Belastbarkeit und sogar darüber hinaus. Dabei musste nicht nur darauf geachtet werden, dass alles gefällig aussieht, es musste auch die EU-Datenschutzgrundverordnung beachtet werden, so dass so manches Bild nicht in die Festschrift aufgenommen werden konnte. Allen, die an der Erstellung des Buches mitgewirkt haben, insbesondere aber an Gisela Saßmannshausen mein ganz herzliches Dankeschön. Wir sind stolz auf euch. Das Layout für das Buch und auch die Einladung zum geplanten und leider wegen Corona ausgefallenen Empfang am 10.5. d.J. hat Frau Inken Kuntze erstellt; mein herzliches Dankeschön an Dich, Inken. Liebe Ingrid, bitte richte unseren Dank an Deine Tochter aus, wenn sie aus Holland zurückkehrt. Und dass dann noch unser Vorstandsmitglied Monika Zehmisch das Buch ins Internet gestellt hat: wir haben damit uns und der breiten Öffentlichkeit ein schönes Geschenk gemacht. Der geplante Empfang zum 40jährigen Geburtstag wird im kommenden April und zwar am 25.4. 2021 nachgeholt, zumal die Eintragung des Vereins erst im Jahr 1981 erfolgte und deshalb genau genommen, der richtige Geburtstag erst im kommenden Jahr gefeiert werden kann.

Bei dieser Festveranstaltung in der Teloy Mühle in Lank wird auch ein Werk unseres Mitglieds und Komponisten Norbert Laufer aufgeführt werden. Es handelt sich um einen Kompositionsauftrag, den wir ihm anlässlich des diesjährigen 50jährigen Be-stehens der Stadt Meerbusch erteilt hatten.

Im vergangenen Geschäftsjahr mussten wir feststellen, dass wir coronabedingt aus unserem Ausstellungsraum dem „Alten Güterbahnhof“ in Osterath keine Einnahmen durch die Vermietung an Künstlerinnen und Künstler erzielen und wir nur Kosten haben. Sollte der Trend weiterhin bestehen, müssen wir überlegen, ob wird diesen Standort aufrechterhalten können. Es stimmt uns aber schon mal froh, dass wir für die Zeit vom 9. bis zum 28. Juni nächsten Jahres den Raum bereits an eine Künst-lergruppe vermieten konnten.

Wir haben bei der Stadt Meerbusch beantragt, den Platz um die Teloy-Mühle „Dr. Stephan-Grüter-Platz“ in Erinnerung an den früheren Beigeordneten der Stadt Meer-busch umzubenennen. Dr. Grüter hat viel für das kulturelle Leben in Meerbusch ge-tan. Außerdem zollt die Stadt ihm dafür Dank dafür, dass er für die Restaurierung der Teloy-Mühle zu einem Kunst- und Kulturraum eingetreten ist und sie durchgesetzt hat. In der kommenden Hauptausschusssitzung soll über unseren Antrag ent-schieden werden.

Außerdem haben wir gemeinsam mit dem Heimatkreis Lank von dem Düsseldorfer Bildhauer Gereon Krebber das aus Beton gegossene Kunstwerk „Mühlstein“ gekauft und der Stadt Meerbusch anlässlich der Eröffnung der Ausstellung „Kunstpfad Latumer See“ geschenkt. Sie finden diesen Mühlstein vor der Teloymühle; er hat sich inzwischen als probate Sitzbank bewährt.

Meine sehr verehrten Damen und Herren,

wie Ihnen sicherlich bekannt ist, hat Konrad Mönter sein Buch-und Kunstkabinett in Osterath aus Altersgründen geschlossen. Die dort über Meerbusch hinaus bekann-ten Konzerte, Ausstellungen und Lesungen finden nicht mehr statt. Das bedauere ich sehr. Außerdem ist am 25.08.2019 der Meerbuscher Künstler Will Brüll im 97. Lebensjahr verstorben.  
Damit hat die Stadt Meerbusch einen ihrer großen Künstler verloren. Gleichzeitig mit seinem Tod gingen die Brüllmühle, das dortige Gelände und der gesamte Kunstbe-sitz in eine unselbstständige, von der Stadt Meerbusch verwaltete Stiftung über. Zurzeit wird die Brüllmühle gesichert, notwendige Reparaturarbeiten werden durchgeführt und einige Kunstwerke konnten schon zugunsten der Stiftung verkauft werden. Auf Anregung der Bürgermeisterin habe ich die Gründung eines „Fördervereins Brüllmühle e.V.“ auf den Weg gebracht. Einige Mitglieder des Vorstandes, des Beirats und aus der Mitgliedschaft haben ihre Unterstützung zugesagt. Nach dem Entwurf der Satzung dieses Vereins ist der Zweck dieses Vereins „im Sinne des verstorbenen Künstlers Will Brüll und in Zusammenarbeit mit der von ihm gegründeten Brüll-Houfer-Stiftung die Erhaltung und der Schutz der Brüllmühle in Meerbusch-Osterath, dem früheren Wohn- und Arbeitsort des Künstlers; ferner und vor allem die Durchführung von Kulturveranstaltungen in den Räumen und auf dem Gelände der Brüllmühle wie z.B. von Lesungen, Konzerten, Kunstaustellungen und Vorträgen. Eingeschlossen sind ferner werbende Veranstaltungen des Vereins für seine Mitglieder und die interessierte Öffentlichkeit.“ Sinn dieses Vereins ist es, in die Brüllmühle Leben zu bringen und gleichzeitig einen Ort der Kunst und Kultur in Osterath zu schaffen, nachdem die Einrichtung von Herrn Mönter aufgegeben wurde. Allerdings müsste wohl zunächst das Parkplatzproblem gelöst werden, bevor in der Mühle Ver-anstaltungen besucht werden können.

Doch nicht nur das Osterather Kulturleben, sondern auch das von Büderich bedarf unseres Engagements. Mit dem Alten Küsterhaus in Büderich nahe der St. Mauritiuskirche gibt es ein sehr schönes Kulturzentrum, das von der rührigen Frau Isabelle von Rundstedt, natürlich Mitglied des Meerbuscher Kulturkreises, mit viel Herzblut fachkundig geleitet wird. Auf der Homepage heißt es hierzu: „Das Alte Küsterhaus liegt im Herzen von Meerbusch-Büderich und ist ein bildhübscher Backsteinbau mit grünen Schlagläden. Er lädt zum Reinkommen und Verweilen ein. Es ist ein Ort für Kunst, Kultur und Begegnungen, der versucht anzuregen und einen Austausch verschiedener Ideen und Gedankenwelten zu ermöglichen. Die Nähe zur Kirche macht dies umso spannender. Bespielt wird das Alte Küsterhaus mit Wechselausstellungen, die als Schwerpunkt Künstler der Kunstakademie Düsseldorf haben, sich aber auch mit lokalen Themen, Kunst und Kultur beschäftigen.

Die Ausstellungen werden begleitet von einem Rahmenprogramm mit verschiedenen Veranstaltungen wie Lesungen, Gespräche, Konzerte, Kinderateliers, Führungen oder gemeinsamen Abendessen.“
Soweit notwendig, werden wir dieses Kleinod auch finanziell unterstützen.

Als weitere Kultureinrichtung machte sich in der Vergangenheit das Café „Leib und Seele“ der ev. Kirchengemeinde Büderich einen Namen. Unter der Leitung von Frau Dr. Ute Canaris fanden dort zahlreiche Lesungen, kleine Konzerte und Ausstellungen statt. Leider hat Frau Canaris, wie schon seit längerem angekündigt, ihr Amt nieder-gelegt. Wir haben diese Räumlichkeiten für den 3.9. zu einem Kulturstammtisch an-gemietet, um dort unter der Gesprächsführung von Frau Dr. Canaris etwas von der sehr engagierten und hochbegabten Organistin Ekaterina Poritzko zu erfahren. Eini-ge Mitglieder des MKK konnten sie bereits auf einer sehr interessanten Konzertreise nach St. Petersburg, der Heimatstadt von Frau Poritzko, erleben. Wir haben unser neues Beiratsmitglied Frau Sigrid Müller-Emsters, das ich Ihnen noch später vorstel-len werde, gebeten, sich mit unserer aller Unterstützung um ein stärkeres Kulturleben in diesem Café bemühen, wenn Sie auch letztlich nicht Frau Dr. Canaris erset-zen kann, will und wird. Hier ist auch die ev. Kirchengemeinde gefordert. Ende dieses Monats werden die ersten Gespräche mit der ev. Kirchengemeinde geführt werden.

Es gäbe sicherlich noch viel zu berichten. Von der guten Zusammenarbeit im Vorstand und mit den Mitgliedern des Beirats. Von der großen Unterstützung, die wir immer wieder von der Sparkasse Neuss erfahren. Davon, dass so manches Projekt der Stadt durch über den Meerbuscher Kulturkreis laufende Spenden verwirklicht werden konnte. Natürlich will ich an dieser Stelle auch die Hoffnung zum Ausdruck bringen, dass der am 13.9. d.J. zu wählende Bürgermeister ein offenes Herz und Ohr für die Kunst und das kulturelle Leben in unserer Stadt hat, wozu auch die Be-reitschaft zu ihrer finanziellen Unterstützung und Förderung gehört. Dieses alles haben wir immer wieder von der jetzigen Bürgermeisterin durch Rat und Tat erfahren.

In meiner Zeit als Vorsitzender des Meerbuscher Kulturkreis konnte ich immer – und ich sage ausdrücklich immer – auf die Unterstützung von unserer früheren Kulturde-zernentin und heutigen Bürgermeisterin Angelika Mielke-Westerlage zählen. Deswegen bin ich für uns und das kulturelle Leben in Meerbusch traurig, dass Du, liebe An-gelika, nicht mehr als Bürgermeisterin bei der Septemberwahl zur Verfügung stehst. Ende 2018 erhieltest Du die Dr.-Franz-Schütz-Plakette, die höchste Auszeichnung, die die organisierte Bürgerschaft verleiht. Ich hatte damals die ehrenvolle Aufgabe die Laudatio zu halten. Denn es ist eine gute Tradition, dass der letzte Plakettenträ-ger die Rede auf den neuen Träger zu halten hat. Ich habe damals bekannt, dass ich ein Fan von Dir bin. Und ich führte weiter aus:

So manches haben wir – bereits als Du erste Beigeordnete warst – und ich als Vorsitzender des Meerbuscher Kulturkreises im Kulturbereich auf den Weg gebracht. Denn Du liebst die Kunst, die Kultur. Wie häufig habe ich Dich auf Ausstellungen erlebt, die Du eröffnet hast. Du hast sogar dein neues Domizil, das Erwin-Heerich-Haus in Bovert in eine Kunstgale-rie umgestaltet. Und ihre Leidenschaft für Kunst erlebt der Besucher hautnah, wenn er ihr Büro aufsucht. Die Wänd voller ausdrucksstarker Bilder. Diese Freude an der Kunst ist sicherlich nicht allein auf Deine frühere Beigeordnetentätigkeit zurückzuführen. Sie ist Teil und Ausdruck Deiner Persönlichkeit.

Eine Ergänzung: Auch in ihrem neuen oder besser gesagt ihrem alten Domizil im Rathaus in Büderich steckt viel Kunst. Bereits deshalb macht es Spaß, sie zu besu-chen. Ich wünsche Dir von ganzem Herzen weiterhin die Leidenschaft für die Kunst und Kultur und – da Du ja jetzt mehr Zeit hast – viel Freude an der Familie und ins-besondere an Deinen Enkelkindern. Und ich kann Dir verraten, erst wenn das Be-rufsleben vorbei ist und man mehr Zeit hat, sind Enkelkinder etwas Wundervolles. Als kleines Dankeschön, dass Du den MKK in vielen, vielen Jahren immer unterstützt hast, möchte ich Dir ein kleines Geschenk überreichen. Du bist in Lank geboren und Du hast immer unser Anliegen, auf dem Weg um den Lanker See Kunstwerke aufzustellen, unterstützt. Und zwar nicht nur ideell.

Deshalb möchte ich Dir, liebe Angelika, namens des Meerbuscher Kulturkreises ein Bild unserer Meerbuscher Künstlerin Erika Danes überreichen, das Dich immer erin-nern soll: An Lank, an den Latumer See, Dein Engagement und natürlich an den, der Dir dieses Bild geschenkt hat: an den Meerbuscher Kulturkreis.

Wie in jedem Jahr will ich mich zum Abschluss sicherlich auch in Ihrer aller Namen ganz herzlich bei den Mitgliedern des Vorstandes für ihre Arbeit bedanken. Bei Heri-bert Schween, ohne den im Verein nichts oder nur wenig laufen würde und der sich mit großem Einsatz um die großen und kleinen Dinge des Vereins kümmert, bei Steffi Valentin, unserer stellvertretenden Vorsitzenden und sehr engagierten Pressespre-cherin. Sie bereitet viele Tagesfahrten und Museumsbesuche vor, Fahrten zu Kon-zerten und und und. Ich bedanke mich bei Andreas Brauer, der fast mit Leidenschaft und Begeisterung die Kasse führt und darauf achtet, dass immer genug Geld darin ist und der nachher hoffentlich berichten kann, dass die Kassenlage recht ordentlich ist. Mein Dank gilt unserer Schriftführerin Frau Christa Ahrens-Wilke für die unangenehme Arbeit der Protokollführerin, aber auch als unsere Reisetante, die gemeinsam mit der Vorstandskollegin Steffi Valentin und Gisela Saßmannshausen Reisen managt. Ein herzliches Dankeschön an Monika Zehmisch, die uns als IT-Expertin so manches Mal geholfen hat und z.B. professionell eine Vorstandssitzung als Video-konferenz einrichtete und durchführte und den Newsletter herausgibt, der uns immer wieder auf den neuesten Stadt des MKK-Lebens bringt. Mit viel Einsatz sorgt sie dafür, dass das MKK Vereinsleben zeitnah mit Ankündigungen und Berichten auf unserer Homepage vorgestellt wird. Ein großer Dank geht an Dr. Thomas Wolff, der nicht nur die Schriftleitung der Festschrift mit großem Engagement übernommen hatte, sondern z.B. auch zahlreiche Spaziergänge in Düsseldorf und Museumsbesuche in Bonn organisierte. Bekanntlich hat ein Fahrzeug 4 Räder. Nur mit 4 Rädern kann es richtig fahren. Überträgt man dieses auf unsere Organisatoren von Reisen können wir ohne Steffi Valentin, Christa Ahrens-Wilke, Gisela Saßmannshausen und jetzt auch Dr. Thomas Wolff unsere MKK-Kutsche nicht bewegen. Sie sind unser vierblättriges Kleeblatt – und das bringt ja bekanntlich Glück. Dabei will ich die übrigen Helfer wie Thomas Cieslik und Helmut Vester nicht vergessen, die das Fahren auch noch sehr angenehm machen.

Ich danke herzlich Ludwig Petry, der u.a. seine Vorstellungen zum Denkmalschutz in unsere Arbeit einbringt, sich mit finanzieller Unterstützung des MKK um Flüchtlinge kümmert und sich dem Thema „Kunstpfad Latumer See“ widmet. Bei Helmut Krüger bedanke ich mich, der uns immer wieder bei der Erstellung von Werbebroschüren mit seinem Grafikerwissen und seiner Kreativität unterstützt. Mein Dank gilt auch den übrigen Mitgliedern des Beirats für ihre Unterstützung. Ich bedanke ich mich bei meinem Vorgänger, Ernst-Jürgen Kratz, der sich noch immer aktiv in das Vereinsleben einbringt, bei Frau Ute Piegeler als Vertreterin der Meerbuscher Kulturverwaltung, Herrn Georg Neuhausen, den Vorsitzenden des Kulturausschusses und Herrn Radmacher, der als ehemaliger Vorsitzender des Heimatkreises Lank den Kontakt zu diesem für uns wichtigen Kooperationspartner hält. Sie alle sorgen dafür, dass der Meerbuscher Kulturkreis auch über seine 40 Jahre hinaus lebendig bleibt.

Besonders möchte ich Frau Ingrid Kuntze erwähnen. Sie verlässt zum Ende dieses Jahres aus Altersgründen den Beirat. Du, liebe Ingrid, gehörst zu den Gründermüt-tern des Vereins. Seit 40 Jahren bist Du in und für den Meerbuscher Kulturkreis aktiv. Ab 2001 warst Du im Vorstand, ab 2004 sogar 2. stv. Vorsitzende. Schließlich bist Du in den Beirat gewechselt. Als ehemalige Leiterin der Musikschule Meerbusch könnte man meinen, Du wärest im Vorstand und im Beirat nur für den Bereich Musik zuständig. Weit gefehlt. Vieles hast Du angestoßen. Ich erwähne nur die Großveranstaltung vom 1. bis 9.9.2001 in Osterath unter dem Motto „Osterath Aktiv Kulturelles und Kulinarisches“ und und und. Und so manches Mal war ich bei Dir zum Kaffee eingeladen, in der Du eine weitere neue Idee vorgetragen hast – und meistens konnten wir sie auch verwirklichen. Als Du vor Jahren aus dem Vorstand ausgeschieden bist, haben wir Dir etwas geschenkt. Ein Konzert, das für Dich von Thomas Blomenkamp geschrieben wurde. Wenn wir im kommenden Jahr einen Kulturstammtisch machen, in dem Du im Mittelpunkt stehen wirst: vielleicht können wir dann dieses Stück noch einmal aufführen. Als Dank für Deinen Einsatz. Ich sage ganz offen: Oh-ne Dich fehlt mir etwas. Aber ich weiß: Du wirst uns weiterhin mit Rat und Tat unterstützen. Als kleines Dankeschön wird Dir Steffi Valentin namens des Vorstandes etwas Blumiges.

Und zum Schluss noch eine Anmerkung: Wir lassen uns von Corona nicht in die Knie zwingen, sondern blicken positiv nach vorn. Auch wollen wir unseren Mitgliedern Hoffnung machen, dass es weitergeht. Deswegen haben wir ein sehr mutiges, umfangreiches Programm für das 2. Halbjahr 2020 geplant und auf den Weg gebracht. Jetzt heißt es Daumen drücken und hoffen, dass die vielen angebotenen Veranstaltungen auch tatsächlich stattfinden können, immer unter den jeweiligen Corona-Auflagen.

Meine Damen und Herren, es waren – wie immer – bis zum März diesen Jahres viele Monate mit vielen großen und kleinen Höhepunkten. Dank Corona mussten wir anschließend viele geplante Ausstellungen und Kulturreisen stornieren. Wir haben mit der Festschrift das Beste draus gemacht. Mein Dank geht nicht nur an alle Vorstandsmitglieder und an die Mitglieder des Beirats, sondern auch und gerade an viele weitere Mitglieder, die uns unterstützten. Ich danke auch dem Heimatkreis Lank, mit dem wir freundschaftlich verbunden sind. Ein Dankeschön geht auch an die Presse für ihre Berichterstattung. Wir hoffen, dass dies auch so bleibt.

Und schließlich gilt wie in jedem Jahr mein Dank Ihnen, meine Damen und Herren, dass Sie unsere Arbeit durch Ihren Mitgliedsbeitrag und Spenden erst möglich machten.

Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit.

Dr. Lothar Beseler

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Zum 9. Kulturstammtisch des Meerbuscher Kulturkreises waren am Mittwoch im Kneipencafe Kanapee zum ersten Mal zwei Meerbuscher Musiker als Gäste geladen: Raughi Ebert, begnadeter Gitarrist und Mitglied des Gitarrenduos Tierra Negra, und Norbert Laufer, bekannter Komponist und Musikschullehrer.

Die spannenden Fragen Norbert Laufers beantwortete Raughi Ebert unterhaltsam, geistreich und humorvoll: Seit seinem 9. Lebensjahr lebt der Musiker in Meerbusch. Hier ist er zur Schule gegangen und hat die städtische Musikschule besucht, wobei er lobt, dass seine Gitarrenlehrer ihm eine große Bandbreite boten und offen für unterschiedliche Musikstile (Klassik, Jazz, Pop, Folklore) waren, was ihn entsprechend prägte. Nachdem er als Sechsjähriger bei einem Familienurlaub in der Camargue Manitas de Plata gehört hatte, stand für ihn fest, dass er Musiker werden wollte. Obwohl er ein abgeschlossenes Studium in klassischer Gitarre an der Musikhochschule absolvierte und als Lehrer an der Städtischen Musikschule in Meerbusch unterrichtete, galt sein Hauptinteresse der Gypsy- und Flamencomusik. Die Bekanntschaft mit dem Flamencogitarristen Rafael Cortes aus Altenessen half ihm hierbei.

Mit seinem Freund Leo Hendrichs arbeitet Raughi Ebert bereits seit 30 Jahren zusammen. Nach einer Konzerttournee in Kanada mit anschließendem Plattenvertrag wurde der Name „Tierra Negra“ geboren. Die Musiker spielen nur eigene Stücke, die sowohl von Ebert als auch Hendrichs komponiert werden. Ihren Musikstil charakterisiert Raughi Ebert als „mediterane Gitarrenmusik“, die sehr vielseitig ist, da sie Einflüsse aus Spanien und Frankreich aufweist, anspruchsvoll einfach, mystisch sein kann. In den letzten Jahren war die Band auch international viel unterwegs, z. B. in den USA, wo sie u.a. mit der Gitarristin Muriel Anderson zusammengespielt haben, außerdem in China und Kanada. Neue Projekte sind die Entwicklung einer eigenen Flamenco Gitarre, Gitarrenunterrichts per DVD auf Englisch und – ganz aktuell – die Montage der Sihouetten von deutschen Oldtimern mit klassischer Musik. Einige Exemplare hatte Raughi Ebert mitgebracht und erläuterte sie den erstaunten Zuhörern.

Insgesamt konnte das Publikum ein sehr interessantes und kurzweiliges Gespräch genießen.

Christa Ahrends-Wilke

 

 

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