Reiseberichte

Artikel nach Datum gefiltert: Mittwoch, 12 Februar 2020

Eine Gruppe von 20 Teilnehmern erlebte am Samstag, dem 18. Januar 2020, im Museum Kunstpalast eine eindrucksvolle Führung mit der Kunsthistorikerin Dr. Margot Klütsch durch die Sonderausstellung „Norbert Tadeusz“.

Norbert Tadeusz, am 19. Februar 1940 in Dortmund geboren und am 11. Juli 2011 in Düsseldorf gestorben, studierte zunächst an der Werkkunstschule Dortmund freie Malerei, bevor er 1961 an die Kunstakademie Düsseldorf wechselte. U. a. studierte er bei Joseph Beuys, der ihn zu seinem Meisterschüler machte. Mit seinem figurativen, sehr körperlichen Malstil nahm er gegenüber seinen eher abstrakt malenden Kommilitonen eine Sonderstellung ein.

Die Ausstellung zeigte großformatige Bilder mit teilweise drastischen Darstellungen, die sich dem Betrachter einprägen, da Tadeusz Personen in extremen Körperhaltungen aus ungewöhnlichen Blickwinkeln zeigt. Das Thema Frau war für den Maler von zentraler Bedeutung. Als Gottheit und Verkörperung der Natur, aber auch als Geliebte oder sogar bedrohliche Partnerin weisen seine Gemälde häufig irritierende und verstörende Inhalte auf.

Das Spektrum der Ausstellung reicht von den sogenannten Sakral-Raum-Bildern und der Serie Nighthawks bis hin zu den überformatigen Seerosenbildern.
„Ich male, was ich sehe.“ Dieser Satz des Künstlers wird häufig zitiert und so lassen auch sämtliche Arbeiten erkennen, dass Tadeusz ein aufmerksamer Beobachter seiner Umgebung war.

Die interessante Führung durch Dr. Margot Klütsch machte Appetit auf eine weitere Beschäftigung mit dem vielschichtigen Werk dieses Düsseldorfer Künstlers, zum Beispiel bei einem Besuch des Tadeusz Pavillons auf der Museumsinsel Hombroich .

Christa Ahrens-Wilke

 

 

 

Freigegeben in Neues vom MKK
Mittwoch, 12 Februar 2020 14:06

MKK besucht Ausstellung Edvard Munch

Der MKK besucht die Ausstellung „Edvard Munch gesehen von Karl Ove Knausgard“ in der Kunstsammlung Nordrhein-Westfalen, K20

Am 02.02.2020, einem besonderen, da palindromischen Datum, erlebte die 20-köpfige Gruppe eine aufschlussreiche Führung durch die an diesem trüben Regensonntag gut gefüllten Ausstellungsräume im K20.

Etwa 140 Gemälde und Skulpturen hat der preisgekrönte, norwegische Bestsellerautor Karl Ove Knausgard aus dem Munch Museum in Oslo ausgewählt und mit Leihgaben aus internationalen Museen ergänzt. Der auch in Kunstgeschichte ausgebildete Knausgard eröffnet dem Betrachter damit eine nie zuvor gesehene Perspektive auf den wohl bekanntesten Maler der skandinavischen Avantgarde des frühen 20. Jahrhunderts.

Der als Kurator agierende Schriftsteller teilte die Ausstellung in vier Kapitel, die von vier verschiedenen Wandfarben umrahmt werden, ein:

Für den ersten Teil Licht und Schatten wurde Blau wie das Wasser der Fjorde gewählt.

Gleich zu Beginn der Schau wird man eine gigantische, in Gelb und weitere Farben getränkte Sonne gewahr. „Die Sonne ist der neue Schrei“ (RP vom 11.102019), dadurch wird eine enge Beziehung zwischen dem Bild „ Sonne“ (1912) und Munchs Bildikone „Der Schrei“ (1893) hergestellt. Inwiefern sich Munchs Malstil durch seine vielfältigen Reisen zum Beispiel nach Berlin und Paris vom Symbolismus zum Expressionismus entwickelte, lässt sich anhand der Gemälde Badende Knaben (1897/98) und Badende Männer auf Klippen (1915) erkennen. Im Kontrast dazu bildete Munch Frauen den gesellschaftlichen Normen entsprechend im beschützten Raum des Gartens oder Parks ab. Dies wird zum Beispiel bei den Werken Mutter und Tochter im Garten (1920) oder Sommer im Park (1904) deutlich.

Mit der Farbe Grün geht es zum nächsten Kapitel, dem Wald: Hier kann der Betrachter zu Bildern mit aufgebauschten Bäumen oder einfach nur Stamm an Stamm frei assoziieren.

Edvard Munch (1863 - 1944), dessen Werk stark durch seine Biografie nämlich Krankheit und Tod in der Familie, Melancholie, Nervenkrisen, Alkoholismus etc. geprägt ist, kehrte sein Inneres nach außen. Die Wände des Raumes zum Thema Chaos und Kraft sind schwarz und versinnbildlichen das Abgründige der Seele. Besonders aus den Winterbildern Klippen im Meer (1912–15)und Große Schneelandschaft (1898) sprechen Einsamkeit, Verzweiflung und Trostlosigkeit und lösen auch beim Betrachter Emotionen aus.

Im Finale „Die Anderen“ rahmt kräftiges Gelb die Menschen seiner Zeit ein: Frauen, Männer, Kinder, die Munch meisterhaft malte. Nebenbei erfuhren wir bei der Betrachtung des Gemäldes Zwei Backfische, dass der Begriff „Backfisch“ als Synonym für „junges Mädchen“ ursprünglich aus der Fischerei stammt und hier den Beifang bezeichnet, der wieder „back“ ins Meer geworfen wird, um weiter zu wachsen. Bei dem Porträt von Elisabeth Förster- Nietzsche, der jüngeren Schwester Friedrich Nietzsches, die ihren Bruder bis zu seinem Tod pflegte, deutet Munch durch eine dunkle Wolke hinter ihrem Kopf an, dass diese Dame nicht nur freundliche Gedanken hegte.

Der Besuch dieser eindrucksvollen und umfangreichen Ausstellung lässt sich noch bis zum 1. März 2020 wiederholen und vertiefen.

Christa Ahrens-Wilke

Freigegeben in Neues vom MKK

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