Reiseberichte

Artikel nach Datum gefiltert: Sonntag, 01 November 2020

Sonntag, 01 November 2020 23:20

Besuch von Gut Heimendahl und Kempen

Unter strenger Einhaltung aller aktueller Corona-Schutzmaßnahmen wagten wir am 26. September die erste Fahrt per Bus zu einem Ziel, was schon lange auf unserem Plan stand.
Als erstes wurde Gut Heimendahl angesteuert. Danach ging es nach Kempen.

Von den ursprünglich 40 angemeldeten Personen nahmen letztendlich nur 32 Personen an diesem Ausflug teil. Mit Maske "dekoriert" überstanden alle die relativ kurze Fahrt zum ersten Ziel: Gut Heimendahl. Die RP titelte in einem Artikel vom Juli 2017: "Besuch auf einem Gut mit Seele." Und das trifft 100 Prozent zu! Dass dieses Gut unter Denkmalschutz steht, muss nicht besonders erwähnt werden! Und Denkmalschutz bedeutet "ein Fass ohne Boden." Die ständig notwendig werdenden Investitionen gehen ins Uferlose. In den letzten beiden Jahren hat die Deutsche Stiftung Denkmalschutz insgesamt 200.000 € für die Sanierung des großen Schieferdachs vom Wohnhaus finanziert. Und natürlich ist die Not jetzt durch Corona besonders groß: Alle Feste, Veranstaltungen, Besuche und Verkäufe im Hofladen sind weggebrochen!

Gutsherr Hannes von Heimendahl übernahm die erste Gruppe zur Führung über das Gelände, während es für die andere Gruppe schon kurz vor 12 Uhr hieß "Antreten zum Suppe fassen!" Obwohl der Hunger bei einigen noch nicht sehr groß war, freute man sich dann doch über die leckere Linsensuppe mit einer dicken Wurscht! Erwähnt werden muss hier das gemütliche rustikale Ambiente unter dem mächtigen Holzdach der Spinnstube mit alten und uralten Accessoires und Dekorationsstücken. Auf einer Schiefertafel waren die Zahlen der jährlichen Suppenausgaben festgehalten: 2019 waren es 22.032 Portionen!

Bis zur Führung schlenderten nach dem Essen noch einige Teilnehmer durch den Hofladen und deckten sich mit Fleisch und anderen Leckereien aus eigenem Betrieb ein. Ich durfte feststellen, dass am nächsten Tag bei vielen Lammfleisch auf dem Speiseplan stehen wird!
Die zweite Führung, an der ich teilnahm, brachte uns zum Staunen. Hannes von Heimendahl berichtete, dass das Gut Heimendahl, ehemals Haus Bockdorf, nun schon in der fünften Generation geführt wird. Es ist ein denkmalgeschützter Herrensitz mit großem landwirtschaftlichen Betrieb. Der Garten ist einem englischen Landschaftspark nachempfunden. Hier stehen uralte Mammutbäume, Esskastanien, eine alte Buche (sieben Meter Umfang) und prächtige Rhododendren. Gut Heimendahl ist ein Arche-Hof. Hier werden selten gewordene Tiere gezüchtet, um so den Fortbestand zu sichern. Beim Rundgang sahen wir Tierarten wie Coburger Fuchsschafe, Bentheimer Landschafe und ungarische Zackelschafe mit gedrehten Hörnern. Dank der Schafe erübrigt sich die Investition eines teuren fahrbaren Rasenmähers! Auf der gegenüberliegenden Seite erfreute sich eine riesige Bronzeputenherde am saftigen Gras. Und im hinteren Bereich grunsten zufrieden glückliche freilaufende Schweine, ich glaube, es waren auch Bensheimer!
Doch außer Tierhaltung gehört Land- und Forstwirtschaft dazu. Der Betrieb liegt auf der sehr fruchtbaren Kempener Platte, wo alle Sorten von Getreide, Zuckerrüben, Kartoffeln, Rot- und Weißkohl, Mais und andere Gemüsesorten angebaut werden. Doch die Natur leidet auch hier unter der seit einigen Jahren anhaltenden Trockenheit. In diesem Jahr, so erzählte Hannes von Heimendahl, musste er und seine Mitarbeiter zur Selbsthilfe greifen, da die Feuerwehr es ablehnte, bei der Bewässerung zu helfen. Allerdings hatten sie dicke Rohre zur Verfügung gestellt; mit einem kleinen Gartenschlauch wäre eine Bewässerung kaum möglich gewesen. Er und seine Mitarbeiter seien nachts aufgestanden, um die Schläuche und Rohre zu verlegen! Aber er erzählt das nicht verbittert, sondern enthusiastisch und den Blick nach vorn gerichtet mit dem Bewusstsein und Ziel, dies alles auch für die nächste und vielleicht übernächste Generation zu erhalten. Wir wünschen ihm dabei viel Glück und hier und da mal eine großzügige Spende aus diversen Fördertöpfen!
Einige der Teilnehmer ließen durchblicken, dass sie hier nicht zum letzten Mal gewesen sind. Fazit: Wir kommen wieder! Ich auch ganz bestimmt, zumal ich aus der verzweigten Familie Heimendahl in den 1990er Jahren und Anfang 2003 einen süßen Golden Retriever (Hund) als Welpe aufnehmen durfte! 

Abschied von Gut Heimendahl und Weiterfahrt nach Kempen.

Da wir sehr früh in Kempen waren, hatten wir noch fast eine Stunde Zeit, uns allein oder in Gruppen auf einen ersten Entdeckungsspaziergang zu begeben. Doch wohin strömten die meisten von uns? In die nahe gelegenen Cafès. Dort traf man sich bei Kaffee und Kuchen!. Um 15 Uhr begannen unsere Führungen. Das Kulturamt hatte die aktuelle Vorschrift, nur jeweils zehn Personen für eine Gruppe zu akzeptieren. Da ich vier Führungen gebucht hatte, waren wir jetzt, da nur 32 Personen mitgefahren waren, ganz kleine Gruppen von acht Personen. Die Resonanz von allen Teilnehmern darauf war, dass sie alle diese Minigruppen als sehr angenehm empfunden haben.
Kleines Erlebnis noch am Rande: Ein MKK-Mitglied wohnt in Kempen. Von ihr wurden wir dann auch noch lieb willkommen geheißen! Sie ist eine der ca. 35.000 Einwohner der Stadt!
Historisch ist anzumerken: Kempen bekam im 13. Jahrhundert die Stadtrechte und gleichzeitig das wirtschaftlich bedeutende Marktrecht. Von 1396 bis 1400 wurde die kurkölnische Burg errichtet. Im Spätmittelalter erlebte die Stadt eine wirtschaftliche Blütezeit, doch mit dem 16. Jahrhundert begann der allmähliche Niedergang. 1597 erreiche die Pest die Stadt; fast die Hälfte der Einwohner starb. Es folgten Besetzung durch hessische Truppen und später durch die französische Armee.
1933 begann leider auch in Kempen die NS-Zeit. In der Reichspogromnacht wurde die Synagoge in Brand gesetzt. Im Dezember 1941 wurden 124 Juden in Güterwaggons nach Lettland in das Ghetto Riga deportiert. In den Kriegsjahren 1943 - 1945 erlitt Kempen mehrere Bombenangriffe.
Erst ab 1966 wurde die historische Altstadt umfassend saniert. Früher war sie von einem noch größtenteils erhaltenen Wall und Graben umschlossen. Daher enden viele Straßen mit "wall" oder "graben". Kempen gilt als gelungenes Beispiel einer erfolgreichen Altstadtsanierung. Kempen war Kreisstadt, doch mit der Kreisreform verlor Kempen am 1. Januar 1975 nach mehr als 150 Jahren den Kreissitz an Viersen. Im Jahr 1994 feierte Kempen sein 700-jähriges Stadtjubiläum.

Unser 90-minütiger Spaziergang durch diese lebens- und liebenswerte Stadt führte uns weitgehend durch Fußgängerzonen, vorbei an wunderhübschen, liebevoll geschmückten Bürger- und Fachwerkhäusern. Wir erfahren viel über folgende Sehenswürdigkeiten:

  • Kempener Grenzsteinweg, eingeweiht am Tag des Denkmals am 09.09.2007, ca. 38 km lang und führt an 13 Stationen in und um Kempen vorbei.
  • Kurkölnische Landesburg, 1396 - 1400 erbaut, 1634 wurde das mittelalterliche Kastell zu einem wohnlichen Schloss umgebaut. Anfang des 20. Jahrhunderts war hier das Gymnasium Thomaeum untergebracht. Der Name führt auf Thomas von Kempen (1380 - 1471) zurück. Er war ein Augustiner Chorherr, Mystiker und geistlicher Schriftsteller des 15. Jahrhunderts. Ihm zu Ehren wurde ein Denkmal im Stadtzentrum errichtet.
    • Von 1929 - 1984 war die Burg Sitz des Landkreises Kempen-Krefeld,
    • 1939 wechselte die Anlage vom städtischen Besitz in den des Kreises.
    • Nach Bombardierung und Brand im Zweiten Weltkrieg stark beschädigt,
    • 1951 wieder instand gesetzt und 1976 noch einmal ausgebessert.
    • 1984 wurde die Kreisverwaltung nach Viersen verlegt,
    • seitdem sind hier das Kreis- und Stadtarchiv und die VHS untergebracht.
    • Mahnmal der Helden des Weltkrieges 1914 - 1918;
    • Paterskirche, seit 1979 Museum mit Sakralkunst.

Dieses Schild sah ich vor einem wunderschönen Bürgerhaus:
"Fange nie an aufzuhören. Höre nie auf anzufangen."

Gestärkt im Bewusstsein, dass wir alle einen tollen Tag "on tour" genießen konnten, ging es am frühen Abend wieder Richtung Heimat.

Steffi Valentin

Freigegeben in Neues vom MKK

Trotz Corona konnte diese dreistündige Stadtrundfahrt per Bus durch Meerbusch stattfinden. Mit Claudia Kuhs als unsere Stadtführerin und selbst Meerbuscherin, starteten 20 Teilnehmer die Kennenlerntour durch Meerbusch in Büderich, nachdem ein Mikrofonproblem im Bus insofern gelöst werden konnte, als das Busunternehmen innerhalb einer halben Stunde einen Ersatzbus brachte. Es ist tatsächlich so, dass so manch Büdericher kaum etwas von Osterath und Lank weiß. Und umgekehrt. So war dieser Nachmittag eine gute Gelegenheit, ein bisschen mehr über die eigene Stadt, die genau vor 50 Jahren (01. Januar 1970) gegründet wurde, kennenzulernen. Die Stadt Meerbusch ist ein Zusammenschluss von acht bis dahin selbstständigen Gemeinden, von denen die größten Büderich, Lank-Latum und Osterath sind. Und diese drei Ortsteile wollten wir heute mal näher kennenlernen.

Das Stadtwappen von Meerbusch zeigt unter rotem Schildhaupt im Wellenschnitt acht im Stiel sternförmig zusammengeschlossene rote Blätter im gelb-goldenen Felde. Das Wappen wurde am 13. Oktober 1971 vom Regierungspräsidenten genehmigt.

Stadtteil

Einwohner

Fläche
in Hektar

Fläche in Prozent
des Stadtgebietes

Büderich

22.411

1708

26,5

Osterath

13.022

1202

18,7

Lank-Latum

9.701

684

10,6

Strümp

6.169

620

9,6

Ossum-Bösinghoven

2.236

503

7,8

Nierst

1.408

722

11,2

Langst-Kierst

1.061

355

5,5

Ilverich

670

644

10,0

Meerbusch Büderich

Wir starteten also in Büderich und besichtigten folgende Gebäude bzw. Sehenswürdigkeiten und lernten Interessantes über ehemalige berühmte Büdericher Einwohner:

  • Mataré-Brunnen (nach einem Entwurf von Mataré von 1987). Anlässlich seines 100. Geburtstages hatte ihn seine Tochter Sonja, sanieren lassen. Wie wir vor einigen Tagen erfahren mussten, ist Sonja Mataré im Alter von 94 Jahren verstorben.
  • Mataré-Haus auf der Dückersstraße (hier wohnte die Familie und zum Schluss Sonja Mataré noch allein).
  • Der Alte Kirchturm, Überrest der ersten Pfarrkirche in Büderich, (Joseph Beuys, Schüler von Ewald Mataré), gestaltete in den 1950er Jahren ein Ehrenmal für die Toten beider Weltkriege.
  • Dr.-Franz-Schütz-Platz, benannt nach Dr. Franz Schütz, dem einzigen Ehrenbürger der Stadt Meerbusch. Er war Werksdirektor bei Böhler, Gründungsmitglied der Büdericher CDU, Ratsmitglied und ab 1964 auch Bürgermeister von Büderich. Das heutige Verwaltungsgebäude auf diesem Platz war ehemaliges HJ-Heim.
  • Theodor Hellmich, war Schulrektor in Büderich (ab 1919); er führte in Büderich den Martinszug ein (1912) und zeigte starkes soziales Engagement für notleidende Familien.
  • Altes Küsterhaus, ehemalige Bücherei der Mauritiuskirche, von Inge Sternemann ab 2005 umstrukturiert zu einem Kulturzentrum (Ausstellungen, Lesungen, Begegnungen, Konzerte und mehr). 2018 übernahm Isabelle von Rundstedt ehrenamtlich die künstlerische Leitung.
  • Haus Meer, ein ehemaliges Prämonstratenserinnenkloster, gegründet im 12. Jahrhundert von Gräfin Hildegundis von Meer. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde es von den Krefelder Seidenfabrikanten von der Leyen erworben und zum  Schloss umgebaut. Das "Teehäuschen" ist Bestandteil der früheren Schlossanlage. Heute ist das Gelände in Privatbesitz übergegangen.
  • Die Toreinfahrt zum Haus Meer wurde mit Genehmigung des jetzigen Eigentümers von der Meerbuscher Künstlerin Ilse Petry-Ambrosius umgestaltet und im Mai 2017 abgeschlossen.

Meerbusch Lank-Latum

Und weiter ging's nach Lank-Latum:

  • Teloy-Mühle (Denkmal 1981), 1822 von Bäcker Adolph Frangen aus Lank erbaut, seit 1863 von der Familie Ludwig Teloy gepachtet. Bei Stadtgründung wurde die marode Mühle gesichert, 1980 begannen die Wiederherstellungsarbeiten und im September 1981 wurde die sanierte Mühle für kulturelle Zwecke eröffnet.
  • Wasserturm (Denkmal seit 1981), 100 cbm Wasserinhalt, erbaut 1912 für die Westdeutschen Celluloidwerke Lank, weit sichtbares Wahrzeichen von Lank-Latum.
  • Forum Wasserturm/Theater, 1903 als Tanzsaal erbaut. 1988 entwarf der damalige Theaterregisseur Oliver Keymis ein Konzept für ein "Theater". Erst verworfen, 1990 dann doch wieder aufgenommen und 1994 eröffnet als "Forum Wasserturm" für Theater, Konzerte, Shows usw.
  • Jüdischer Friedhof (Denkmal 1981), Friedhofsanlage des 19. Jahrhunderts mit Grabsteinen teilweise aus Sandstein des 19. und 20. Jahrhunderts. Jedes Jahr am 9. November (Reichspogromnacht) wird hier am Mahnmal ein Zeichen gegen das Vergessen und für Toleranz gesetzt.
  • Kath. Pfarrkirche St. Stephanus (Denkmal 1981), erbaut zu Beginn des 13. Jahrhunderts. Später mehrfach zerstört und erst Mitte des 19. Jahrhunderts wieder aufgebaut. Heute existiert vom romanischen Bau nur noch der Turm.
  • Gaststätte Fronhof (Denkmal 1981), zweigeschossiger Backsteinbau, erbaut 1758 und dokumentiert die alte Bebauung des "Marktplatzes". Der Bau trägt heute noch zur dörflichen Gestaltung des Marktplatzes bei.
  • Alter Marktplatz mit Marktbrunnen (Michael Franke), 1989 wurde der bronzene Marktbrunnen unter Bezug auf die Ortsgeschichte errichtet. Um den Brunnen herum stehen die Lank-Latumer originale Stina, Trina und Drickes. Die Körbe sind voll mit Spargel, Erdbeeren und sauren Kirschen und gehören zu dem Wappen des ehemaligen Amtes Lank.
  • Alte Weinschenke am Alten Markt (Denkmal 1981), Mitte der 1970er Jahre bis 2012 war das leer stehende Gebäude von Drago Babij in ein Restaurant umgebaut. Dann wurde es verkauft. Heute ist es wieder ein Gourmettempel mit "Crossover-Küche".
  • Schloss Pesch und Haus Gripswald wurden Ende des 19. Jahrhunderts von Prinz und Herzog Engelbert von Arenberg gekauft. Heute ist Schloss Pesch in exklusive Eigentumswohnungen umgebaut.
  • Haus Gripswald, ist heutiger Wohnsitz der Familie von Heereman (Michaela Freifrau Heereman von Zuydtwyck, ist eine geborene zu Guttemberg).

Meerbusch Osterath

Und weiter ging's nach Osterath:

  • Osterather Kirchplatz mit Pfarrkirche St. Nikolaus, ältester Teil der Kirche ist der romanische Kirchturm aus dem 12. Jahrhundert, der 1538 um ein Geschoss erhöht worden ist. Im "Dreißigjährigen Krieg" wurde die Kirche 1662 in Brand gesteckt und erst 1660 konnte das dreischiffige Langhaus wiederhergestellt werden.
  • Nikolausbrunnen von Wilhelm Hable wurde 1997 auf dem Osterather Kirchplatz errichtet. Die dargestellte Szene bezieht sich auf die Legende des Heiligen Nikolaus, die von zwei auf dem Fluss treibenden Kindern handelt, die er vor dem Ertrinken rettete.
  • Brüllsmühle, vorm. Turmwindmühle oder Osterather Mühle (Denkmal 1981), erbaut 1883. Im Jahr 1955 vom damaligen Kunststudenten Will Brüll gekauft. Restaurierung finanzierte er über Wettbewerbe für "Kunst am Bau". Später kaufte er Stallungen und Nebengebäude dazu. Nun hatte er genügend Platz für seine großen Stahlobjekte. Der Innenbereich der Mühle glich im Laufe der Jahrzehnte einer Galerie, bestückt mit Original-Grafiken unterschiedlicher Künstler. Leider ist Will Brüll 2019 im Alter von 96 Jahren verstorben. Aus der Gesamtanlage wurde eine Stiftung, die von der Stadt Meerbusch verwaltet wird.
  • Die Alte Dampfmühle, bis vor Kurzem Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter,
  • (Denkmal 1981). Im Jahr 1883 von Johann Abel zur Konkurrenz der ehemaligen Turmwindmühle erbaut und damit den damaligen Kirchenvorstand von der benachbarten Kirche St. Nikolaus verärgert, da der 25 Meter hohe Schornstein das Kirchenschiff überragte. Erst ca. 100 Jahre später zog das Buch- und Kunstkabinett Konrad Mönter hier ein. Leider wurde in diesem Jahr aus Altersgründen, (Konrad Mönter ist im 88. Lebensjahr) das Anwesen verkauft.

Nach über drei Stunden und mit unzähligen Informationen, die die Gruppe von Claudia Kuhs gehört hatte, war die "Kennenlerntour durch Meerbusch" beendet. Und Claudia Kuhs hatte sicherlich einiges ihrer "Stimmkraft" verloren.

Hier erhebt sich die Frage: Sind die acht ehemaligen selbstständigen Gemeinden bzw. Ämter nach 50 Jahren wirklich zu einer Stadt zusammengewachsen? Leider wird dies immer noch von vielen angezweifelt; viele fühlen sich eher noch wie Lanker, Osterather oder Büdericher denn als Meerbuscher.

Eine Anekdote muss ich aber noch berichten: In den 1920er Jahren gab es in dem noch heute existierenden Haus Bovert einen Tanzpavillon, wo sich Osterather und Büdericher zum Tanzen trafen. Spät am Abend gingen die Jugendlichen aus Büderich, manche schon frisch verliebt, durch den nächtlichen Meerer Busch. Das missfiel einem Missionar, der von den nächtlichen Umtrieben erfuhr. In seiner Predigt soll er den Satz gesagt haben: "Der Weg nach Osterath ist der Weg zur Hölle."

Stephanie Valentin

Freigegeben in Neues vom MKK

50 Jahre Meerbusch

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