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Ein Blick hinter die Kulissen der Deutschen Botschaft in Stockholm

von Monika Zehmisch

Der Meerbuscher Kulturkreis besucht auf seinen Reisen ins Ausland gerne die jeweilige deutsche Botschaft, um so aus deutscher Sicht etwas über das besuchte Land zu erfahren. Gerne erinnern wir uns an die deutschen Botschaften in China, Usbekistan und Rumänien. In diesem Jahr ging es nach Schweden: nach Südschweden und nach Stockholm.--> Lesen Sie auch: Schweden – Land des „Lagom“

In der deutschen Botschaft wurden die Reisenden nach einem umfassenden Sicherheitsscheck von der örtlichen Pressesprecherin, Frau Dr. Clarissa Blomqvist, empfangen, die uns zuerst an einen Gedenkort für die 1975 bei einem Überfall von RAF-Terroristen getöteten Botschaftsmitglieder Baron von Mirbach und Heinz Hillegaart, sowie an den Spätfolgen verstorbenen Ernst Peterlechner führte. Nach einer Gedenkminute ging es in den Konferenzraum.

Die Pressesprecherin, die aus Ratingen stammt, berichtete über das gute politische Verhältnis zwischen Schweden und Deutschland. Bekanntlich ist Schweden nicht nur Mitglied der EU, sondern auch der NATO. Die Mehrheit der Bevölkerung lehnt jedoch den EURO ab und ist stolz auf die einheimische Währung.
Allerdings bedauerte sie, dass in den schwedischen Schulen und der örtlichen Gesellschaft das Interesse an der deutschen Sprache rückläufig ist.
In den wirtschaftlichen Beziehungen liegt Deutschland mit 28,1 Milliarden US-Dollar und einem Anteil von 17,3 % an den schwedischen Importen klar an erster Stelle. Schweden importiert aus Deutschland vor allem Fahrzeuge, Maschinen und elektronische Geräte.
Bei den schwedischen Exporten liegt Deutschland mit 15,9 Milliarden US-Dollar und 9,7 % knapp hinter Norwegen auf dem zweiten Platz. Nach Deutschland exportiert werden vor allem Maschinen, Papier und Fahrzeuge.

Frau Blomqvist ging auch auf das Sozialsystem in Schweden ein. Sie legte dar, dass das schwedische Rentensystem Grundlage für die Überlegungen der deutschen Bundesregierung zu einer kapitalgedeckten Altersvorsorge ist. Eine lebhafte Diskussion schloss sich an; in diesem Zusammenhang erfuhren die Reisenden auch von den Problemen mit Migranten und mit der Clankriminalität in Schweden.

Für alle Teilnehmer stand nach dem einstündigen Besuch in der deutschen Botschaft fest: es hat sich gelohnt, über die deutsche Botschaft mehr von der schwedischen Politik und ihren Problemen, wie dem Leben in Schweden zu erfahren.

Zum Abschluss erhielt Frau Blomqvist das Buch „Leben in Meerbusch“ mit Radierungen von Editha Hackspiel, damit sie „den schwedischen Menschen einen Eindruck von Meerbusch vermitteln kann,“ so der MKK-Vorsitzende Lothar Beseler.  

Dr. Lothar Beseler