Kulturkreis Meerbusch

Mittwoch, 14. Februar 2024 16:50

Bunkerkirche Düsseldorf-Heerdt - „Die stabilste Kirche der Welt“

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Großes Interesse zeigten 35 Meerbuscher für diese Kirche mit einem Alleinstellungsmerkmal: Sie wird „Die stabilste Kirche der Welt“ genannt.
Aber warum?

Die ehemalige römisch-katholische Bunkerkirche St. Sakrament, seit 2015 koptische Gemeinde St. Maria im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt, war ursprünglich ein Hochbunker aus dem Zweiten Weltkrieg, der auf vier Etagen rund 2300 Menschen Platz bot. Heute ist dieses Gebäude Kirche, Mahnmal und Kunstort zugleich.
Ursprünglich kaufte die katholische Kirchengemeinde 1928 dieses Grundstück, doch mangels Geld konnte noch nicht gebaut werden. In den Jahren 1940 und 1942 wurde das Grundstück von den Nationalsozialisten enteignet, um einen Luftschutzhochbunker zu bauen. Aus Gründen der Tarnung gab man ihm die Form einer Kirche.

Nach dem Krieg wurde durch die Initiative von Pfarrer Carl Klinkhammer der Bunker dank großer Spenden zur Kirche und zu Wohnräumen umgebaut. Er selbst wohnte hier bis zu seinem Tod im Jahr 1997.
Seit dem Sommer 2015 (Übergabe durch den damaligen Erzbischof Woelki) gehört die Kirche der koptisch-orthodoxen Gemeinde, da die katholische Kirchengemeinde sie infolge rückläufiger Zahl von Gläubigen nicht auf lange Sicht hätte halten können. Für 730 koptische Familien aus Düsseldorf und Umgebung ist das Gotteshaus religiöses Zentrum, das sich aus Spenden finanziert. Der im Jahr 2022 verstorbene ehemalige Düsseldorfer Bürgermeister Friedrich G. Conzen war Vorsitzender der koptischen Kirchengemeinde und ihr großer Mäzen.
Der koptische Priester Prof. Beshay (Anmerkung: Priester müssen verheiratet sein und Kinder haben) stellte die St. Marien Koptisch-Orthodoxe Bunkerkirche in einer einstündigen Power Point Präsentation sehr lebhaft und eindrucksvoll vor. Er zeigte uns zum Abschluss die Taufkapelle aus weißem Marmor mit zwei Taufbecken, ein kleines für Kinder, das große für Erwachsene, das die Ganzkörpertaufe der Kopten ermöglicht. Danach führten zwei Vertreter der katholischen Kirche die Gäste durch die ehemaligen Bunkerräume. Fast etwas beängstigend wirkten die Kellerräume, in denen damals viele Menschen auf wenigen Quadratmetern lebten und glücklicherweise überlebten.

Dieser Besuch hat bei dem einen oder anderen Gast das Interesse geweckt, einmal einen koptischen Gottesdienst zu erleben. Vielleicht sieht man sich irgendwann dort in der Bunkerkirche.

Steffi Valentin

Gelesen 79 mal Letzte Änderung am Montag, 25. März 2024 16:54

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