Paris war auch eine dritte Reise wert!
von Monika Zehmisch
Paris war auch eine dritte Reise wert! Bereits unmittelbar nach der zweiten Paris-Reise stand fest: Wir kommen auch noch ein drittes Mal, aber erst dann, wenn Antje Kahnt, unserer Paris-Expertin, ein Slot für eine Führung in der neu eröffneten Kathedrale Notre Dame erhält. Wir mussten ein wenig pokern, denn der Rest der Reise musste ja langfristig geplant werden. Aber die Rechnung ging auf.
Also starteten am 23. April 24 Teilnehmerinnen und Teilnehmer wegen des frühen Notre Dames Termins bereits um 6 Uhr, was nicht im Einklang mit unserem normalen Schlafprocedere stand. Aber für Paris brachten wir dieses Opfer. Und es hat sich gelohnt! Fast auf die Minute genau betraten wir um 15:00 Uhr die Kathedrale und kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus. Was für ein großartiges Kirchenschiff, strahlend weiß, wunderbar dezent ausgeleuchtet und eine Pracht von neuen und alten Kunstschätzen präsentierte sich uns. Wir waren alle tief beeindruckt von der wieder aufgebauten Kathedrale Notre Dame.
Im Anschluss flanierten wir vorbei an alten Fachwerkhäuschen und Stadtpalais zum „schönsten Platz von Paris“ im Marais-Viertel. Am Abend ließen wir den ersten Tag in einem traditionellen Restaurant unterhalb des Montmartre ausklingen.
Den zweiten Tag starteten wir nach dem Frühstück mit einem Pflichtbesuch zum Grab von Heinrich Heine auf dem Friedhof Montmartre. (geb. 1797 in Düsseldorf, gestorben 1856 in Paris). Und wie bei den beiden Besuchen im September und Oktober 2024 lagen auch heute frische Blumen am Grab. Wir erfuhren, dass auch die Heinrich Heine Stiftung Düsseldorf mit Blumenarrangements anlässlich seines Geburts- und Todestages seiner gedenkt. Heine war Jude und ist rechtzeitig nach Paris ins Asyl gegangen. Anschluss ging es dann per Bus in die Nähe des Eiffelturms. Im Musée d’Art Moderne de la Ville de Paris lernten wir die Künstler der „École de Paris“ kennen.
Nach einer kurzen Pause stand ein zweites Museum auf dem heutigen Plan, und zwar das Musée d’Orangerie in der Nähe des Place de la Concorde. Hier konnten wir den Seerosen-Garten von Monet in großformatigen Bildern bewundern. Es blieb noch Zeit für einen anschließenden Bummel durch die Tuilerien, und damit war das heutige offizielle Programm beendet. Antje hatte noch zwei kleine Slots für den Louvre am Abend ergattern können, was dann leider nur 12 Teilnehmer*innen zugutekam.
Am dritten Tag starteten wir direkt nach dem Frühstück eine zweistündige Stadtrundfahrt unter dem Motto „Mit der Zeitmaschine durch 200-jährige Stadtgeschichte von Paris“ Da es ein Samstag war, konnte der Bus problemlos an allen wichtigsten Plätzen, Monumenten, Gebäuden und Parks vorbeifahren, mit diversen Fotostopps oder kleinen Ausstiegen.
Am Nachmittag stand ein zweistündiger Besuch im Musée d’Orsay auf dem Programm. Es ist der ehemalige Bahnhof der Weltausstellung von 1900 und für die meisten von uns eines der schönsten Museen in Paris. Wir bewunderten die Werke berühmter Impressionisten wie van Gogh, Renoir, Courbet, um nur einige zu nennen.
Ein weiteres Highlight des Tages war die abendliche Schiffstour auf der Seine. Sie begann noch im Hellen und endete in der Dämmerung vor dem erleuchteten Eiffelturm. Ein großartiges Erlebnis, auch wenn nicht alle einen Sitzplatz finden konnten.
Doch es wartete noch eine große Überraschung auf uns, ausgedacht von Antje und unserem netten Fahrer Mustafa. Die beiden waren in ständigen Austausch von Infos, Antje wuselte wie wild in ihrem Handy herum, wir näherten uns einem Platz, wo bereits viele Reisebusse geparkt waren. Jetzt verkündete Antje: „Alle schnell raus aus dem Bus und mir nach!“ Wenige Augenblicke später standen wir vor dem majestätischen 350 Meter hohen Eiffelturm, vor dem ein riesiges Feuerwerk abgeschossen wurde. Insider wissen, dass dies in einer bestimmten Zeit jeden Abend bewundert werden kann. Deshalb also auch die vielen dort parkenden Reisebusse. Nach knapp zwei Minuten war das Spektakel beendet.
Und wieder endete der Tag mit einem großartigen Abschluss.
Der vierte Tag, ein Sonntag, stand fast komplett im Zeichen des Sonnenkönigs Ludwig XIV. Wir fuhren mit unserem Hafermann-Reisebus nach Versailles, ab 1682 Residenz des Sonnenkönigs. Am Vormittag bummelten wir zunächst durch das Altstadtquartier Notre Dame mit den Läden der Antiquitätenhändler und dem Carrée der Markthallen.
Nach einer Stippvisite auf dem Markt ging es nun zum Schloss Versailles. Über dieses Schloss detailliert zu schreiben, würde hier den Rahmen sprengen, es sei allerdings gesagt, dass der Prunk des Spiegelsaals und der Großen Appartements nicht zu überbieten ist. Doch noch faszinierender war tatsächlich der Spaziergang durch den weitläufigen Schlossgarten. Bei Barockmusik und Wasserspielen kamen wir teilweise aus dem Staunen nicht mehr heraus. Hier hätte man einen ganzen Tag verbringen können.
Am Abend erwartete einige ein Varieté-Programm im Cabaret Nouvelle Eve. Es ist zwar nicht so prominent wie das Moulin Rouge, aber gilt doch als „die kleine Schwester“.
Und schon war der fünfte und letzte Tag mit einem letzten großartigen Programm: La Défense, im Westen hinter dem Triumphbogen (Arc de Triomphe de l’Etoile), erhebt sich eine Bürostadt mit riesigem Ausmaß. Hier hat sich seit den 1970er Jahren das wirtschaftliche Herz Frankreichs etabliert. Wahrzeichen der Bürostadt ist die Grande Arche, die als „dritter Triumphbogen“ die am Louvre beginnende historische Achse beschließt. 14 der größten französischen Unternehmen sind hier angesiedelt, 2.500 Unternehmen teilen sich die drei Millionen m² Bürofläche, 25.000 unterirdische Parkplätze stehen den 150.000 Beschäftigten zur Verfügung. Aber viele benutzen die Metro-Linie 1. Trotz der Ausrichtung von La Défense als Bürostadt steht das Viertel aber auch nachts nicht leer, denn 20.000 Menschen haben hier ihre Wohnung. Für die Mitarbeiter gibt es viele gemütliche Restaurants, Bistros, Cafés, kleine Parkanlagen, selbst ein Lidl ist dort etabliert, man findet viel Grün zwischen den Hochhäusern, und sogar eine Kirche, die ständig offensteht. Also La Defense ist keineswegs eine sterile Gegend, in der nur Business zählt.
Und alles Schöne hat mal ein Ende: Doch vorher geht es noch in ein hübsches kleines Restaurant auf dem Heimweg zur Autobahn. Wir waren alle begeistert von diesem Drei-Gänge-Menü und gestärkt für den Rest des Tages.
Unser großer Dank geht an Antje Kahnt, die uns wieder wundervolle fünf Tage in Paris ermöglicht hat. Was ihr Wissen über die Stadt betrifft, ist sie nicht zu toppen. Und da auch die Reisegruppe einfach toll harmonierte, wurde beschlossen, uns im Herbst noch einmal im Rahmen einer Führung mit Antje in Düsseldorf wiederzusehen. Jetzt heißt es erst einmal Au revoir Paris!
Steffi Valentin