Besichtigung der Krypta in der Robert-Schumann Musikhochschule
von Monika Zehmisch
Der Künstler Emil Schult bat bei Anmeldung schon darum, die Anzahl der Personen auf 18 zu beschränken, da die Krypta selbst doch sehr eng sei.
Emil Schult, 1946 in Dessau geboren, studierte bei Joseph Beuys, Dieter Roth und Gerhard Richter. In zehnjähriger Planung (der Bau selbst dauerte fünf Jahre) entwarf er für die RSH diese ganz besondere Kapelle. Wie ursprünglich angedacht, ist die Nutzung der Krypta als Rückzugsraum oder sogar Inspirations- bzw. Kompositionsraum für die Studenten der RSH nicht in Erfüllung gegangen, denn nur wenige Studenten interessieren sich für den Raum. Doch das Interesse der Öffentlichkeit ist erfreulicherweise sehr groß. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer stammen aus allen Kreisen der Gesellschaft und kommen zum Teil von weit her, manche sogar aus dem Ausland.
Das gesamt Kunstwerk als Hinterglasmalerei zu erklären, ist sehr anspruchsvoll und würde hier den Rahmen sprengen. Schult zeichnet auf den Seitenwänden Kulturgeschichte nach, indem er auf einer „Völkerwand“ Inder und Meder, Mesopotamier und Beduinen, Griechen und Jordanier jeweils in einem Streifen mit einem Detail ihrer Kultur vorstellt.
Am Ende der Führung konnten die Besucher gemeinsam der Komposition von K.H. Stockhausen „50 Klangbilder“ lauschen. Sie komponierte Stockhausen speziell für diesen Raum – eine letzte mediative Vertiefung vor dem Verlassen der Krypta. Interessant ist nur, dass Stockhausen selbst diesen Raum nie betreten hat!
Aufgrund des erfolgreichen ersten Besuches wird der MKK einen weiteren Besuch im 2. Halbjahr 2026 anbieten.
Steffi Valentin