Kulturkreis Meerbusch

Und wieder hatten die Teilnehmer Glück bei dieser zweiten Parkführung am 27. Juli mit Claus Lange, der als Garten- und Landschaftsarchitekt dank seiner 35-jährigen Düsseldorfer Parkerfahrung die MKK-Besucher mit viel Enthusiasmus wieder einmal zu überzeugen wusste. Er führte uns zwei Stunden durch den Nordpark und Japanischen Garten und ließ uns mal wieder von seinen unendlichen Pflanzenkenntnissen profitieren.

Der Nordpark wurde im Jahr 1937 zur "'Großen Reichsausstellung Schaffendes Volk" nach den Plänen des damaligen Düsseldorfer Gartenamtsdirektors Willi Tapp angelegt. Wegen der geringen Höhenunterschiede im Gelände wurde der Park als eine große, auf Achsen ausgerichtete Anlage konzipiert. Er entstand auf überwiegend unerschlossenem Brachland mit nur mäßiger Bodenqualität. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der beliebte Park von britischen Soldaten besetzt und schrittweise zwischen 1953 und 1985 zurückgegeben.

Der Nordpark - ihn zu erleben bedeutet Abwechslung, Muße, beruhigende Wasserspiele, Skulpturen, wertvoller Baumbestand, akkurate Blumenbeete, Spielplätze. Doch aufgrund der großen Hitze in den letzten Wochen war nicht alles so in dem bekannten gepflegten Zustand. Die Blumenbeete waren bereits vertrocknet, ebenso die großen Rasenflächen. Eigentlich ein trauriges Bild im Vergleich zu früheren Jahren. Aber muss eigentlich alles immer "akkurat" sein? Heute hat der Park einen "natürlichen! Eindruck bei uns hinterlassen. Was spricht dagegen?

Der Nordpark gehört mit seinen 36,5 ha zu den meistbesuchten Parkanlagen in der Landeshauptstadt. Betritt man den Nordpark von der Kaiserswerther Straße, wird das Bild durch die Wasserspiele in dem 170 Meter langen Becken und durch die sich anschließende große Fontäne im weiteren Verlauf dieser Achse bestimmt. Die zentrale Lage und die Nähe zum Rhein sind weitere Anziehungspunkte für Besucher.

Herr Lange hat sich durch die wetterbedingte optische Veränderung des Parks nicht beirren lassen und hat seine Begeisterung für diesen Park in keiner Weise reduziert. Er fand zu jedem Baum, Strauch und zu jeder Pflanze erklärende Worte. Voller Begeisterung erzählte er ohne Punkt und Komma - das geschieht bei ihm immer, wenn er ins Schwärmen gerät - neben der historischen Geschichte viel über die Botanik des Parks. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, als sei es sein eigener Park und als hätte er jeden Baum, jeden Strauch und jede Blume selbst gepflanzt. Und natürlich hatte seine Begeisterung schon längst eine ansteckende Wirkung auf seine Zuhörer und Follower erzeugt!

Zentral gelegen, quasi integriert ist der Aquazoo und der Japanische Garten. Den Aquazoo haben wir uns gespart, der Besuch hätte zeitlich den Rahmen gesprengt. Aber der Japanische Garten ist ein Juwel und eine weitere Attraktion für den Nordpark.

In der nordwestlichsten Ecke des Nordparks, dort wo der Park am stillsten und beschaulichsten ist, findet sich ein Garten-Juwel der besonderen Art - der "Japanische Garten am Rhein". Der Blick, der sich beim Betreten des 5.000 qm großen Gartens bietet, erschließt schnell einige der fernöstlichen Besonderheiten. Entworfen wurde der Garten von Iwaki Ishiguro und seinem Sohn und von ihm und sechs weiteren Gärtnern angelegt. Sie folgten dabei dem Typ des Teichgartens, der auch Lustgarten genannt wird.

Ein Rundweg führt die Besucher durch den Park. Durch die Schiffsanlegestelle wird die Erinnerung an Bootsfahrten geweckt. Die Bäume - meist Kiefern und japanischer Fächerahorn - sind auf spezielle Weise beschnitten. Durch den Formschnitt erhalten die einzelnen Äste der Schwarzkiefer eine filigrane, fast wolkenförmige Struktur. Alles in diesem Japanischen Garten am Rhein, auch "Garten der Besinnung" genannt, hat eine tiefere symbolische Bedeutung, ob es sich um Bäume, Teich, Steine, Quelle, Hügel, Laternen oder die Sitzgruppe am Teich handelt. Im Jahr 1971 gab es in der Landeshauptstadt erste Untersuchungen, ob in Düsseldorf ein japanischer Garten angelegt werden kann. Zwei Jahre später schalteten sich die Japaner selbst in diese Diskussion ein. Ein von japanischen Firmen und der japanischen Gemeinde in Düsseldorf gegründeter Verein "Japanischer Garten in Düsseldorf" schenkte den Garten der Düsseldorfer Bevölkerung im Jahr 1975 als Zeichen besonderer Verbundenheit.

Es hat wieder einmal viel Spaß gemacht, mit Claus Lange einen weiteren Düsseldorfer Park zu erkunden. Zum Abschied wurde über zukünftige Besuche in Düsseldorfer Parkanlagen gesprochen. Wir werden wahrscheinlich im 1. Halbjahr 2020 den Lantz Park in Düsseldorf-Lohausen besuchen. In jedem weiteren Halbjahr werden wir dann mit unserem beliebten Gartenarchitekten einen anderen Park erobern.
Fazit: Uns erwarten demnächst noch viele spannende, wohltuende Stunden in Düsseldorfer Park- und Gartenanlagen und viel "Seelenmassage". Vielen Dank, lieber Claus Lange.

Steffi Valentin

Freigegeben in Neues vom MKK

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