Artikel nach Datum gefiltert: Sonntag, 21 Juli 2019 - Meerbuscher Kulturkreis e.V.

Bereits um 7.30 Uhr startete die MKK-Reisegruppe mit 40 Teilnehmern in Richtung Koblenz, eine der ältesten Städte Deutschlands. Stau- und stressfrei erreichten wir im bequemen BRINGS-Bus mit dem erfahrenen und bei allen sehr beliebten Fahrer Frank Schornstein unser erstes Ziel: Die Historische Altstadt von Koblenz.

Aber vorher noch ein paar Sätze zur Stadt Koblenz:
Die Geschichte der Stadt Koblenz war gekennzeichnet von kriegerischen Auseinandersetzungen bei zahlreichen Grenzkonflikten sowie einem großen baulichen Wandel. Bereits seit der Steinzeit ist das Gebiet von Koblenz besiedelt. Die Römer bauten hier erstmals eine befestigte städtische Siedlung, die nach dem Rückzug der römischen Truppen im 5. Jahrhundert von den Franken weiter genutzt wurde. Die Stadt gehört somit zu den ältesten Städten Deutschlands. In der folgenden Herrschaft der Erzbischöfe und Kurfürsten von Trier blühte Koblenz weiter auf, und es entstand eine Vielzahl kultureller Schätze in Form von Kirchen, Schlössern und Festungsanlagen. Nach einer kurzen, aber prägenden französischen Zeit drückten im 19. Jahrhundert die Preußen Koblenz ihren Stempel auf. Die Stadt, nun Hauptstadt der preußischen Rheinprovinz, wurde als eines der mächtigsten Festungssysteme in Europa ausgebaut. Das 20. Jahrhundert war von erneuten baulichen Veränderungen und der erheblichen Erweiterung des Siedlungsgebiets geprägt. Einschneidend war die totale Zerstörung von Koblenz im Zweiten Weltkrieg. 1944 bombardierten 3772 Flugzeuge bei 40 Luftangriffen und mit 10.000 Bomben die Stadt. Am Ende des Krieges war Koblenz zu 87 % zerstört. 3 Mio. Kubikmeter Trümmer bedeckten die Stadt. 15.000 von 25.000 Wohnungen waren zerstört. Die Angriffe forderten 1.000 Tote. Nur langsam erholte sich die Stadt davon, das historische Stadtbild blieb aber für immer verloren. Im Jahr 1992 feierte die Stadt Koblenz ihre 2000-jährige Stadtgründung. Heute hat Koblenz ca. 115.000 Einwohner.

Und nun zur Historischen Altstadt von Koblenz, die wir in zwei Gruppen mit einer Städteführerin und einem Städteführer erkundeten: Das Forum Confluentes mit dem Romanticum am Zentralplatz, das Rathaus mit seinem Schängelbrunnen (Schängel heißen die Kinder)
dann irgendwann stehen wir vor der bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Stadt: dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal am Deutschen Eck mit seinem Reiterstandbild in 37 m Höhe. Ein gewaltiger, imponierender Anblick. Das Deutsche Eck ist eine künstlich aufgeschüttete Landzunge in Koblenz an der Mündung der Mosel in den Rhein. Im Jahr 1897 wurde hier ein monumentales Reiterstandbild des ersten Deutschen Kaisers Wilhelm I. errichtet, das als Denkmal für die Deutsche Reichsgründung 1871 konzipiert wurde.

Enge romantische Gassen zwischen der Basilika St. Kastor und der Liebfrauenkirche. Zum Abschluss noch ein Blick in die Basilika St. Kastor: Der Bau in seiner heutigen Form stammt vorwiegend aus der Mitte des 12. Jahrhunderts. Am 30. Juli 1991 hat Papst Johannes Paul II. die Kastorkirche zur Basilica minor erhoben. Die Basilika St. Kastor prägt mit der Liebfrauenkirche und der Florinskirchen die Silhouette der Koblenzer Altstadt. Danach ist die zweistündige Altstadtführung beendet. Wir konnten eine sehr engagierte, fröhliche Stadtführerin erleben, die uns beim Abschied schon ankündigte, dass Sie uns auch am Nachmittag weiter verbunden bleibt und die Führung oben auf der Festung Ehrenbreitstein übernehmen wird.

Kurze Pause, dann ging es zur nicht weit entfernten Anlegestelle 2 des Ausflugschiffes für eine einstündige Panoramarundfahrt, rheinaufwärts bis zum Schloss Stolzenfels und zurück zum Deutsche Eck. Die Fahrt war sehr gemütlich, entspannend, so dass die zwei Gruppen nach einem kleinen Imbiss gestärkt mit der Seilbahn (sie wird auch Buga-Seilbahn oder Rheinseilbahn genannt) hoch zur Festung Ehrenbreitstein fahren konnten. Die Seilbahn wurde als umweltfreundliche Verkehrsverbindung zur Bundesgartenschau 2011 gebaut. Sie ist deutschlandweit die modernste Seilbahnanlage und kann bis zu 7.600 Fahrgäste pro Stunde befördern. Mit ihren Panoramakabinen genießen die Fahrgäste eine unvergessliche Fahrt über den Rhein. Heute ist sie eigentlich nicht mehr wegzudenken, obwohl es geplant ist, sie im Jahr 2026 wieder abzubauen. Aber das letzte Wort ist hier noch nicht gesprochen!

Die Festung Ehrenbreitstein liegt 118 Meter über dem Rhein. Der Blick von oben auf das Deutsche Eck auf der Landzunge, wo die Mosel in den Rhein fließt, ist grandios! Die Festung ist die zweitgrößte erhaltene Europas. Die Herrscher über diese Anlage wechselten: Mal waren es die Franzosen, später die Deutschen: 1801 von französischen Revolutionstruppen gesprengt, zwischen 1817 und 1928 unter Leitung des preußischen Ingenieur-Offiziers Carl Schnitzler neu errichtet. Bis 1918 von der preußischen Armee militärisch genutzt, diente die Festung im System der Koblenzer Festungswerke der Sicherung des Mittelrheintals und der gesamten Verkehrsinfrastruktur, d.h. Bahnwege und Flussübergänge bei Koblenz. Sie war so gebaut, dass sie uneinnehmbar für jeden Feind war. Die Teilnehmer waren verblüfft über die Dicke der Mauern!

Heute ist sie Eigentum des Landes Rheinland-Pfalz und beherbergt das Landesmuseum, die Koblenzer Jugendherberge, das Ehrenmal des Deutschen Heeres sowie verschiedene Verwaltungsstellen.  Nach einer auf 90 Minuten verkürzten Führung (wegen der Hitze) auf der Festung verließen wir Ehrenbreitstein und landeten mit der Seilbahn wieder unten am Deutschen Eck.

Und am Ende wartete auf die Meerbuscher nur noch das totale Lustprogramm: 18 Uhr Abschluss-Büffet im Weindorf, direkt am Rhein. Vom Deutschen Eck bis dorthin mussten wir zwar noch einen Weg von ca. 15 Minuten am Rhein entlang bewältigen, aber dann konnten sich die Teilnehmer fallen lassen und genießen. Ein großer Pavillon draußen, unter dem wir alle Platz fanden, war für uns reserviert. Hier genossen wir ein reichhaltiges Büffet, den einen oder anderen guten Tropfen und Ruhe und Entspannung bis zur Abfahrt um 20 Uhr. Um 22 Uhr - wie geplant - erreichten wir wieder Meerbusch.

Abschließend erfuhr die Organisatorin noch einmal viel Lob. Nein, stimmt nicht ganz: Sie erhielt auch noch - spontan von einer Teilnehmerin organisiert - während des Abendessens im Weindorf zwei Liter-Flaschen Wein des Hauses: Einen weißen - einen rosé! Dafür sei an dieser Stelle noch einmal ein herzliches Dankeschön für diese "edle" Spende gesagt!

Steffi Valentin

 

 

 

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