Kulturkreis Meerbusch

Artikel nach Datum gefiltert: Sonntag, 12 Mai 2019 - Meerbuscher Kulturkreis e.V.

Ein Stadtteil im Wandel

Dass auch der Stadtteil Flingern (wie Derendorf) sein Gesicht verändert hat, erlebte eine 28-köpfige Gruppe am Dienstag, dem 07. Mai, während einer interessanten, unterhaltsamen und detaillierten Führung durch den Kunsthistoriker Klaus Siepmann.

Der Stadtteil gehörte früher zur Waldgrafschaft Flingern, erkennt man heute noch an den Namen der Straßen, zum Beispiel Acker-, Birken- und Platanenstraße. Während der Industrialisierung entwickelte sich der Stadtteil zu einem Arbeiterwohnviertel. In Flingern-Süd ist diese industrielle Struktur heute noch spürbar, während sich Flingern-Nord, auf das sich unser Spaziergang beschränkte, in den letzten Jahren zu einem Szene-Viertel entwickelte.

Unser Rundgang begann am Cranachplatz und führte zunächst zu der neugotischen Kirche St. Mariä Himmelfahrt, einer typischen Stadtteilkirche, 1892 von dem Architekten C.C. Pickel erbaut und, da im 2. Weltkrieg stark beschädigt, in den 60ziger Jahren von G. Böhm neu gestaltet, u.a. mit einer originellen Decke.

Das nächste Ziel war der Euler Hof, eine Mehrfamilienwohnhaus-Bebauung der 1920ziger Jahre im Stil des Backsteinexpressionismus. Er steht seit 1983 unter Denkmalschutz. Der Name bezieht sich auf das hier bereits um 1850 bestehende Landhaus des Düsseldorfer Notars Joseph Euler. Hier fanden Sommerfeste mit illustren Gästen statt, unter ihnen auch Robert und Clara Schumann. Zur Zeit seiner Entstehung waren die Zwei- und Dreizimmerwohnungen des Euler Hofs fortschrittlich, denn sie besaßen ein WC und Wohnküchen und entsprachen damit dem damals angestrebten Neubaustandard und Wohnkomfort.

Der Hermannplatz, früher zubetoniert und ein sozialer Brennpunkt mit Bandenrivalitäten, bietet heute einen großzügigen, von Platanen beschatteten Spielplatz und einen wöchentlichen Bauernmarkt.

Aber die Architektur Flingerns ist immer noch „durchwachsen“: Neben idyllischen Hinterhöfen, netten Cafes, zum Beispiel dem „Hüftgold“ auf der Ackerstraße und dem „Oma Erika“ auf der Hermannstraße, hübsch renovierten Gründerzeitgebäuden, einigen teuren, luxuriösen Eigentumswohnungen gibt es auch unansehnlich Häuser aus den 50ziger/ 60ziger Jahren.

Das Besondere dieses Stadtteils, das einen Besuch lohnenswert und interessant macht, ist die kreative Vielfalt, die sich hier zeigt: Ehemalige Fabriken sind zu Galerien umgewandelt worden, zum Beispiel die Galerie Conrads und die Sammlung Philara. Eine Führung durch diese sich ständig erweiternde Ausstellung des Kunstsammlers Gil Bronner mit aktuell ca. 1300 Arbeiten zeitgenössischer Kunst wäre ein lohnendes Ziel für eine künftige MKK-Veranstaltung. In Flingern findet man außerdem hübsche, kleine Modeläden, in denen „frau“ sich die in den Schaufenstern ausgestellte Kleidung innerhalb einer Stunde in den hinten gelegenen Werkstätten schneidern lassen kann. Eine tolle Idee, wie ich finde, da die von uns getragene Kleidung doch meist weit entfernt z. B. in Südostasien gefertigt wird.

In „Flinse & Co“ in der Lindenstraße werden verpackungsfreie Waren bzw. Nachfüllprodukte verkauft, um Müll und Lebensmittelverschwendung zu vermeiden, und in „The Golden Rabbit“ auf der Ackerstraße erhält man Praktisches und Robustes für die Gartenarbeit.

Anschließend zog es die meisten Teilnehmer wegen des „Hüftgolds“ ins Cafe.

Christa Ahrens-Wilke

 

Freigegeben in Neues vom MKK

Es war ein typischer Tag im April: Bei der Abfahrt war der Himmel noch grau verhangen und kündigte nichts Gutes an. Und so wurde es auch dann: Ein richtiges "Schietwedder" mit teilweise heftigem Regen begleitete uns. Erst am Nachmittag zeigte sich dann endlich ein wenig Sonne und schon war die Stimmung unter den Teilnehmern direkt noch fröhlicher! Sonne ist eben doch Balsam für die Seele!

Diese Tagesbusfahrt haben wir das erste Mal nicht bei dem Busunternehmen BRINGS gebucht, sondern sind mit einem im Niederbergischen ansässigen Unternehmer mit dem passenden Namen "NEANDERTOURS" gefahren. Herr Herrmann, Gründer des Busunternehmens und sein eigener und einziger Fahrer, hat uns bewiesen, dass es sehr klug war, mit ihm zu fahren. Da wir gut in der Zeit waren, hat er uns noch eine Stadtrundfahrt durch Wülfrath geboten. Da schlug mein Herz höher, habe ich doch meine Kindheit und Jugend in dieser Stadt verbracht. Erinnerungen wurden wach!

Wülfrath - Geschichte & Zeittunnel

Die Erdgeschichte hat der Region Wülfrath einen Schatz hinterlassen: Massenkalke schon aus dem Devon (Zeitalter vor 416 bis 365 Millionen Jahre). Der Zeittunnel macht die Erdgeschichte von Devon bis zur heutigen Zeit oder vom Leben im devonischen Riff bis zur Kalksteinwand am Ende des Tunnels im Steinbruch Bochumer Bruch erlebbar. Durch den oberirdischen Abbau dieses Rohstoffs sind große Steinbrüche entstanden, die auf den Betrachter eigenartig faszinierend wirken. Einer davon - der Bruch Schlupkothen - ist heute ein großer See mit klarem Wasser und schroff aufragenden Wänden, an deren Rand man wandern kann. Der andere - der Bochumer Bruch - präsentiert sich wie eine mit dichtem Grün bewachsene steinerne Schüssel. 1950 wurde der Kalkabbau eingestellt. Dieser Bruch ist über einen langen ehemaligen Zufahrtstunnel erreichbar. Er wurde am 26. Juli 2003 im Rahmen der Euroga 2002plus eröffnet. Den 160 m langen Tunnel durchziehen wie an einem Band aufgereiht elf senkrechte Stahlbrammen auf elf Betonplattformen. Und da hinein komponiert wurde "Das Museum - Der Zeittunnel". Und dieses Museum faszinierte die Meerbuscher Gäste. Nur schade, dass die gebuchte Führerin kurzfristig krank geworden war und auch kein Ersatz mehr für sie gefunden werden konnte. Sie war zwar kurz gekommen, um der Gruppe noch im Vorraum Erklärungen zu geben, doch danach waren wir auf uns allein gestellt. Dank guter Beschreibungen, Videos, Grafiken und Bildern war es sehr anschaulich präsentiert, so dass wir doch viele faszinierende und teilweise unglaubliche und unvorstellbare Eindrücke mitnehmen konnten. Das alles aber bei Temperaturen, die richtig kalt waren! Wir waren seitens der Verwaltung gewarnt und dementsprechend gekleidet. Trotzdem nutzten noch die meisten von uns eine zur Verfügung gestellte große warme rote Decke. Sie sorgte für Lacher, aber machte sich prima auf den vielen Fotos! Siehe nachfolgende Bildergalerie!
Und schon ging die Fahrt weiter, weiter nach

Gruiten - Dorf: Mittags- und Kaffeepause

wo uns ein vor allem warmes, gemütliches, im niederbergischen Stil und unter Denkmalschutz stehendes Restaurant mit dem klangvollen Namen "Palazzo im Wiedenhof" empfing. Das Essen war vorbestellt, und da eine siebenköpfige sportliche Gruppe noch ein umfangreiches Programm zu bewältigen hatte, mussten wir in gut 1 ½ Stunden fertig sein. Alle anderen durften entspannt eine Runde mit unserem ortskundigen Bernd Herrmann durch das mittlerweile sonnige Dorf Gruiten spazieren gehen, um dann wieder Appetit zu haben, in dem bereits vor Wochen inspizierten "Café im Dorf" den köstlichsten Kuchen des Planeten zu probieren!

Aber was hatten unsere sportlichen "Glorreichen Sieben" noch vor? Ich lüfte noch ein Geheimnis: Vor einigen Wochen hatte eine kleine Gruppe "wander-erfahrener MKKler - wir waren übrigens nur fünf - den Wanderweg von Gruiten-Dorf zum Neandertal Museum erkundet. Bei sonnigem Wetter und angenehmen Temperaturen "spazierten" wir unter der erfahrenen Führung unseres Wanderexperten Martin die angeblich 6,5 km lange Route entlang. In Wirklichkeit waren es aber acht Kilometer, für die wir fast zwei Stunden gebraucht hatten. Aber wer hat denn gesagt, dass dieser "Ausflug" ein Training für den Düsseldorfer Marathon-Lauf werden würde? Die wunderschöne Natur mit dem frischen Frühlingsgrün der Bäume verdiente es, bewundert zu werden! Das braucht Zeit!

Aber das war vor einigen Wochen. Heute und genau jetzt fiel der Startschuss für die "Glorreichen Sieben", und in wenigen Augenblicken waren sie schon aus unserem Blickfeld hinter der nächsten Biegung im Wald verschwunden. Ziel war das Neandertal Museum. Würden sie es schaffen, rechtzeitig zur gebuchten Führung im Museum zu sein? Wir, die noch tüchtig Kalorien im gemütlichen Café aufnehmen durften, bevor uns Bernd Herrmann von Neandertours mit seinem Bus noch eine ausgiebige Sightseeing-Tour kredenzte. Das nennt man Timing: Ich hatte gerade die Eintrittskarten gekauft und unseren Guide begrüßt, da plötzlich kam eine Wandergruppe aus dem Wald auf uns zu. Es waren unsere "Glorreichen Sieben". Sie hatten ihr Ziel erreicht, wobei nicht alle noch so frisch und munter aussahen wie beim Start in Gruiten! Trotzdem gebührt Ihnen unsere volle Anerkennung! Eine kleine niederbergische Wandermedaille hätten sie schon verdient!

Neandertal Museum: Letztes Ziel des heutigen Tages.

Die Gruppe wurde ausgerüstet mit Headsets und dann ging die Führung unter dem Titel "Evolution in 60 Minuten" los. Das Neandertal-Museum bietet einen guten Einblick in die Geschichte des Homo Sapiens und seinen Vorfahren. Es ist ein "Multimediales Erlebnismuseum" zu vier Millionen Jahre Menschheitsgeschichte an der Fundstelle des berühmten Neanderthalers, in unmittelbarer Nähe der ehemaligen Lage der "Kleinen Feldhofer Grotte", des Fundorts der Knochen des Neanderthalers von 1856. Durch Kalksteinabbau in diesem Gebiet wurde sie vernichtet und konnte erst wieder im August 1997 lokalisiert werden. Die Geschichte beginnt mit dem dortigen Neanderthalerfund und stellt uns weitere Ahnen vor. Als lebensgroße Rekonstruktionen begegnen sie uns in der Ausstellung: Die Neanderthaler. Wir erfuhren viel über ihre Lebensbedingungen, religiöse Vorstellungen, Werkzeuge und über ihre Art zu kommunizieren - ihre Sprache. Beim Rundgang durch die Ausstellung bekamen wir interessante Einblicke in die biologische und kulturelle Entwicklung der Menschheitsentwicklung.

Fazit: Es war ein abwechslungs- und lehrreicher, hoch interessanter Ausflug in unsere Nachbarschaft, den einige Teilnehmer gern mit ihren Enkelkindern wiederholen möchten. Am Schluss darf noch erwähnt werden, dass wir alle pünktlich zum Fernsehabendprogramm (Fußball für die Männer) wieder zuhause waren.

Steffi Valentin

Freigegeben in Neues vom MKK

Besser hätte es nicht sein können: Die Führung durch den Malkastenpark in Düsseldorf fand am Samstag, 20. April nachmittags bei herrlichem Sonnenschein statt. Eine große Gruppe von 30 Teilnehmern hatte sich vor dem Malkastengebäude eingefunden, um von Claus Lange, Landschaftsgärtner und bis zu seiner Pensionierung Verantwortlicher bei der Stadt Düsseldorf für alle Parkanlagen in der Stadt, zwei Stunden durch den knapp drei ha großen Malkastenpark ganz im Zentrum Düsseldorfs geführt zu werden.

1848 erwarb der Künstlerverein Malkasten das Jacobi-Gut und übernahm das gesamte Anwesen. Der Park ist bis heute immer schon eine traditionsreiche Begegnungsstätte für Künstler und Philosophen gewesen und steht seit 2001 unter Denkmalschutz. Nach dreijähriger Restaurierung erstrahlt der historische Park des Künstlervereins Malkasten in neuem Glanz. Dort, wo schon Goethe einst lustwandelte, können nun auch Düsseldorfer Bürger - übrigens Meerbuscher auch! - für einen Eintrittspreis von zwei Euro Kunst im Einklang mit der Natur genießen. Die Geschichte des Malkastenparks geht zurück bis in die zweite Hälfte des 18. Jahrhunderts: Kommerzienrat Johann Conrad Jacobi erwarb 1742 ein kleines Gut in Pempelfort und ließ dort einen barocken Garten anlegen. Sein Sohn Friedrich Heinrich Jacobi formte die barocke Anlage zu einem Kunstgarten im landschaftlichen Stil um.

Im Malkastenpark entdeckt der Besucher viele sehr alte Bäume, lauschige Plätze sowie ältere aber auch moderne Skulpturen. Einen besonderen Charme erhält der Park durch die Düssel, die sich durch das Gelände schlängelt. Besonders romantisch wirkt ein Weiher mit Springbrunnen. Dem Künstlerverein lag ein geselliges Beisammensein mehr am Herzen als politische Absichten. Künstler jeglicher Kunstrichtung konnten Mitglied des Vereins werden, egal ob noch unbekannt oder bereits erfolgreich. Herr Lange fand fast zu jedem Baum und fast zu jeder Pflanze erklärende Worte. Voller Begeisterung erzählte er ohne Punkt und Komma neben der historischen Geschichte viel über die Botanik des Parks. Man konnte fast den Eindruck gewinnen, als sei es sein Park und als hätte er jeden Baum, jeden Strauch und jede Blume selbst gepflanzt. Und seine Begeisterung hatte eine ansteckende Wirkung auf seine Zuhörer und Follower!

Es hat viel Spaß gemacht, ihm zuzuhören, und so wurde bei dieser Begegnung bereits über den Besuch weiterer Düsseldorfer Parkanlagen gesprochen. Der nächste Termin steht schon fest: Wir werden am Samstag, 27. Juli mit Herrn Lange den Nordpark besuchen, in dem bekanntlich seit 1975 auch ein japanischer Garten integriert ist.

Steffi Valentin

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