Kulturkreis Meerbusch

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40 Teilnehmer machten sich mit dem Meerbuscher Kulturkreis am 21. August 2021 wieder einmal auf den Weg zum Skulpturenpark „Waldfrieden“ in Wuppertal-Barmen. Das Wetter war genau richtig, kein Regen, nicht zu warm, nicht zu kalt, denn das Gelände verlangte dem Besucher schon ein bisschen Sportlichkeit ab.
Seit 2008 ist der Besitzer des Anwesens der ehemalige Rektor der Kunstakademie Düsseldorf, Tony Cragg. Cragg ist einer der renommiertesten Bildhauer der Gegenwart, und mit der Eröffnung dieses Parks im Jahr 2008 erfüllte sich der seit den 1970er Jahren in Wuppertal lebende britische Künstler einen großen Traum. Für ihn ist es ein „Zauberwald“, in dem sich Natur und Kultur bestens ergänzen. Immer wieder erweiterte er seinen „Zauberwald“, in dem er eine stetig wachsende eigene Skulpturensammlung beherbergt.
Aber bevor ich Cragg besondere Aufmerksamkeit und Bewunderung zolle, noch kurz ein paar Sätze zu der anthroposophischen Villa „Waldfrieden“.

Gekauft wurde die Villa 1940 von dem Wuppertaler Lackfarben-Fabrikanten Kurt Herberts. Er wohnte dort mit seiner Familie. 1943 wurde das Haus bei einem Luftangriff auf Wuppertal-Barmen zerstört.
Neu erbaut wurde die Villa zwischen 1947 – 1950 von dem Architekten Franz Krause im Auftrag von Kurt Herberts.
Als Tony Cragg das Anwesen und auch die unter Denkmalschutz stehende Villa nach langem Leerstand 2008 erwarb, änderte er als erstes die beklemmende Dunkelheit in diesem Haus, indem er ihm einen neuen, einen hellen und freundlicheren Anstrich verpasste. Die verwendete mineralische Farbe mit transparentem Wasserglas reflektiert das Tageslicht so wirksam, dass die Innenräume heute strahlend aufgehellt sind. Neu ist der zarte komplementäre Farbklang von Raum zu Raum, der eine stark verdünnte Abmischung aus intensiven Violett- und Gelbpigmenten erzeugt.
Heute beherbergt die Villa das Archiv der Cragg Foundation, die Verwaltungsbüros dieser Stiftung und ein Arbeitszimmer Tony Craggs. Im Erdgeschoss finden Kulturveranstaltungen statt, im Obergeschoss empfängt die Cragg Foundation ihre Gäste. Ausrichter von Tagungen und Veranstaltungen können Räume des Hauses für ihre Zwecke mieten. Und zu geführten Besichtigungen wird das Gebäude regelmäßig für Besucher geöffnet.

Im Nachfolgenden eine kleine Zusammenstellung der Skulpturen von Tony Cragg:

  • „Minister“ – Stahl (1988)
  • „Fields of Heaven“ - sandgestrahltes Glas (1998)
  • „En Block“ – Bronze (1999)
  • „Early Forms“ – Bronze (2001)
  • „Ferryman“ – Bronze (2001)
  • „Distant Cousin“ – Edelstahl (2006)
  • „Points of View“ – Bronze (2007), wohl die bekannteste Skulpturengruppe
  • „Manipulation“ – Bronze (2008)
  • „Dancing Column“ – Stein (2008)
  • „Caldera“ - Bronze (2008),
  • „To the knee“ - Kortenstahl (2008),
  • „It is, it insn’t“ - Edelstahl (2012)

An seiner kreativen Aktivität kann man erkennen, dass er im Jahr 2008 das Ziel verfolgte, noch viele eigene Kunstwerke bis zur Eröffnung des Parks fertigzustellen. Was ihm durchaus gelungen ist!

Begleitend wurden bisher in Wechselausstellungen Werke international bedeutender Künstler gezeigt. Nur um einige Namen zu nennen:

  • Henry Moore
  • Markus Lüpertz
  • Richard Deacon
  • Eva Hild
  • Wilhelm Mundt
  • Erwin Wurm
  • Jaume Plensa
  • Thomas Virnich

Tony Cragg begann einst mit einer Glasausstellungshalle, heute findet man dort drei, in denen die Skulpturen der Gast-Bildhauer ausgestellt werden.
So zum Beispiel fiel die Beuys-Ausstellung zu seinem 100. Geburtstag leider in die Zeit des Corona-Lockdowns. Diese Ausstellung hatten wir ursprünglich gebucht. Doch nun sind wir ganz glücklich darüber, dass wir die Folgeausstellung von Heinz Mack anlässlich seines 90. Geburtstages (geboren 8.3.1931) bewundern konnten. Heinz Mack, bekannt als deutscher Bildhauer und Maler, ist Mitbegründer der international einflussreichen ZERO-Gruppe, zu der Günther Uecker und Otto Piene (verstorben 2014) gehören,
erschien erstmals in der internationalen Kunstszene mit seinen experimentellen Lichtreliefs sowie seinen Lichtinstallationen in der Wüste. Er nahm mehrfach an der documenta-Ausstellung in Kassel teil und vertrat 1970 Deutschland auf der Biennale in Venedig.
Das zentrale künstlerische Thema von Heinz Mack ist das Licht als gestalterisches Mittel. Er erweitert im Laufe seiner Karriere konsequent seine künstlerische Praxis: Er experimentiert mit unterschiedlichem Material, mit Bewegung und Formen. Er entwirft vibrierende Lichtreliefs, kinetische Objekte, monumentale Lichtstelen oder lichtreflektierende Kuben. Mack hat ein übergreifendes Verständnis von Kunst, welches durch dynamische Strukturen geprägt ist.

Viele seiner Skulpturen waren im ersten Ausstellungsglaspavillon untergebracht. Doch nicht alle konnten wir während der 90-minütigen Führung besichtigen. Ein weiterer Besuch würde sich in jedem Fall lohnen. Einige Teilnehmer äußerten die Absicht, privat noch einmal zum Wuppertaler Skulpturenpark zu fahren. Hier noch ein Tipp: Sehr schön ist ein Besuch dort an einem sonnigen Herbsttag, wenn die Herbstfärbung der Bäume ein ganz anderes Gesamtbild vermittelt.
Noch ein Hinweis: Da das gesamte Anwesen Hanglage ist, sollte der Besucher gut zu Fuß sein und viel Zeit mitbringen. Drei Stunden wären hier sicherlich sinnvoll. Und anschließend oder auch schon zwischendurch bietet sich ein Besuch des Café Podest“ im unteren Bereich an. Hier gibt es Indoor- und Outdoor-Bewirtung und auf der Speisekarte stehen viele Kuchen- und Eissorten, aber auch Herzhaftes.
Da der Tony Cragg Skulpturenpark mit zu den Favoriten des Meerbuscher Kulturkreises gehört, war dieser Besuch bestimmt nicht der letzte.

Steffi Valentin

 

 

Freigegeben in Neues vom MKK
Dienstag, 22. September 2015 09:44

MKK in Tony Cragg's Skulpturenpark in Wuppertal

Der letzte Besuch im Skulpturenpark "Waldfrieden" liegt genau fünf Jahre zurück. Doch in den fünf Jahren hat sich dort viel getan. Und davon konnte sich eine Besuchergruppe aus Meerbusch mit 36 Personen selbst ein Bild machen. Neben 23 treuen, reiseaktiven und hoch motivierten MKK-Mitgliedern waren bei dieser Halbtagestour weitere 13 Nichtmitglieder dabei. 36 Teilnehmer in einem brandneuen, knallroten 57er Bus, da war für jeden ausreichend Platz! Glücklicherweise hatte auch der Wettergott ein wachsames Auge auf die Wetterentwicklung im Laufe des Tages. Er hatte seine Sache gut gemacht: Bis auf eine kurze Regenphase während des Kaffeetrinkens im gemütlichen Café PODEST - nach getaner Arbeit natürlich! - blieb es trocken, es herrschte eine angenehme Temperatur, und am Nachmittag kam sogar die Sonne zeitweise durch.

Nach einem ca. 15-minütigen "Aufstieg" erreichten wir schon fast eine Stunde vor der Führung den Skulpturenpark, so dass alle Teilnehmer schon nach eigener Lust und Laune sich den ersten Eindruck verschaffen konnten. Etwas zeitlich versetzt begannen dann beide Führungen durch das hügelige Gelände.

Doch zu Beginn eine Einführung in die Geschichte des Skulpturenparks Waldfrieden: In einem idyllischen Waldgebiet auf den Höhen zwischen Wuppertals Stadtzentren Elberfeld und Barmen liegt der Skulpturenpark Waldfrieden. Schon auf den Wegböschungen der Zufahrt entdeckt der Besucher einzelne Skulpturen von dem englischen Bildhauer Tony Cragg. Der in Wuppertal lebende Künstler, ehemaliger Rektor der Düsseldorfer Kunstakademie, erfüllte sich einen lange gehegten Traum, indem er das verwaiste Villengrundstück in ein Ausstellungszentrum für Skulpturen umgestaltete. Das gut 14 Hektar große Anwesen, das er 2006 erwarb, gehörte ursprünglich dem Wuppertaler Industriellen Kurt Herberts, der sich hier von dem Architekten Franz Krause zwischen 1947 und 1950 eine zweigeschossige Villa nach anthroposophischen Grundideen errichten ließ (Vater der Anthroposophie-Lehre ist Rudolf Steiner, 1861-1925). Das luxuriös ausgestattete Bauwerk ist im Inneren dynamisch auf die Bewegungen der Bewohner abgestimmt, während sich seine Außengestalt harmonisch in Landschaft und Naturraum einfügt. Als einzigartiges Beispiel organischen Bauens steht die Villa Waldfrieden seit 1992 unter Denkmalschutz.

Innerhalb des weitläufigen Parkwaldes wird eine stetig wachsende Skulpturensammlung ausgestellt, die neben Plastiken von Tony Cragg auch Werke vieler namhafter Künstler der Moderne und Gegenwart umfasst. Dank seiner charakteristischen Topographie ist das Gelände hervorragend geeignet, um Skulpturen inmitten wechselnder landschaftlicher Verhältnisse zu präsentieren.

Zwei sehr engagierte, eloquente junge Führer begleiteten jeweils eine Gruppe über das umfassende Gelände. Eine Broschüre gab Aufschluss über alle Kunstwerke im Park, die von namhaften Bildhauern wie Richard Deacon, Bogomir Ecker, Eva Hild, Hubert Kiercol, Markus Lüpertz, Wilhelm Mundt, Tatsuo Miyajima, Jonathan Monk, Jaume Plensa, Thomas Schütte, Hede Bühl und William Tucker geschaffen wurden.

Das Laufen im hügeligen Gelände, das Bestaunen so vieler großartiger Kunst und die viele gute Waldluft sorgten dafür, dass die Meerbuscher nach zwei Stunden müde und hungrig waren. In dem gemütlichen hauseigenen Café PODEST warteten bereits heißer Kaffee und Tee sowie ein leckeres Stück Kuchen nach eigener Wahl. Und nach dieser verdienten Kaffeepause entschieden sich dann doch noch einige Teilnehmer, zurück in den Park zu gehen, um sich noch einmal ganz allein oder auch in kleinen Gruppen gezielt umzusehen.

Ja, und siehe da, plötzlich trafen sich alle wie rein zufällig in dem bis dahin nur von außen gesichteten "Fat House". Dieses kleine Landhaus steht direkt neben der Villa "Waldfrieden" und ist ein Werk von dem österreichischen Bildhauer Erwin Wurm, das aus allen Nähten zu quillen scheint. Schwer sitzt das fette Haus auf der Wiese unter der blühenden Magnolie, seine Ansicht erschreckend menschlich, erschreckend entstellt. Die schiere Masse des Materials ist überall zuviel, die Fenster zugequollen zu winzigen Äuglein, die Tür ein zahnloser Mund, der sich nach noch mehr Futter zu sehnen scheint. Obendrauf sitzt ein rotes Satteldach fast unberührt von dem Drama, das sich darunter abspielt – ein trauriges Souvenir besserer Zeiten, als alles noch im Lot war.

Mit dem Fat House, dem Fetten Haus, fand unser Besuch im Skulpturenpark noch ein lustiges, aber kein dickes Ende!

Einige Teilnehmer äußerten den Wunsch, im nächsten Jahr doch noch einmal anlässlich des Denkmaltages diesen Park zu besichtigen. Denn an diesem Tag ist das Haus Waldfrieden für Besucher geöffnet. Der MKK-Vorstand und MKK-Beirat werden darüber nachdenken!

 

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