Kulturkreis Meerbusch

Der Meerbuscher Kulturkreis (MKK) besuchte mit einer 40-köpfigen Reisegruppe sechs Tage lang das Bundesland Sachsen. Auf dem Programm standen Erfurt, Görlitz, Bad Muskau (Fürst-Pückler-Park), Dresden, Elbsandsteingebirge und Meißen.

Das erste Ziel: Erfurt

Das erste Ziel am Anreisetag war Erfurt, wo die Teilnehmer sich nach einem kräftigenden Mittagessen bei einer 90-minütigen Stadtführung ein Bild von Thüringens Hauptstadt machen konnten. Der Stadtrundgang begann an der bekannten Krämerbrücke, die über das Flüsschen Gera führt; sie ist das älteste profane Bauwerk Erfurts und zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt mit ihren kleinen sehr gepflegten mittelalterlichen Häusern, in denen sich pittoreske Geschäfte und viele Restaurants niedergelassen haben. Gern hätten die Teilnehmer mehr Zeit in Erfurt verbracht, doch bis Görlitz war es noch ein langer Weg.

Görlitz und Bad Muskau

Am zweiten Tag lernten die Teilnehmer Görlitz bei einem geführten zweistündigen Spaziergang kennen. Görlitz liegt an der Neiße in der Oberlausitz direkt an der polnischen Grenze. Zwei Gründe sprechen dafür, dass Görlitz eine der schönsten Städte Deutschlands gewesen und nun auch wieder ist: Görlitz wurde weder im Ersten noch im Zweiten Weltkrieg beschädigt, nur verfiel die Stadt zunehmend in DDR-Zeiten. Aber seit 1995 erhielt die Stadt von einem anonymen Spender bis Mitte 2016 jedes Jahr eine Million D-Mark, später umgerechnet 511.500 Euro für die Sanierung der Altstadt. Weil er sich schon in früheren Jahren in die Altstadt verliebt hatte, wollte der Spender, dass die Görlitzer Altstadt wieder so wird wie einst. Dieses Ziel ist nun fast erreicht. Doch 2016 war dann Schluss mit dem Geldsegen!
Die Gebäude der Altstadt stammen aus verschiedenen Epochen und weisen eine Vielfalt an Architekturstilen auf. Die spätgotische Peterskirche zeichnet sich durch ihre zwei Türme und die Sonnenorgel aus dem frühen 18. Jahrhundert aus.
Am Nachmittag stand ein Besuch des Fürst-Pückler-Parks in Bad Muskau auf dem Plan. Der Park hat eine Gesamtfläche von 830 Hektar und ist der größte Landschaftspark im englischen Stil in Zentraleuropa. Zwei Drittel des Parks liegt auf polnischem Gebiet östlich der Lausitz und nur ein Drittel auf deutschem Territorium. Beide Teile sind durch mehrere Neiße-Brücken miteinander verbunden. Polnische und deutsche Gärtner und Parkpfleger arbeiten hier gemeinsam. Zentrales Gestaltungselement des Parks ist das Neue Schloss Muskau. Bei einer zweistündigen Kremserfahrt (gefederter Planwagen, von zwei Pferden gezogen, mit Längsbänken an beiden Seiten) und einer anschließenden Kaffeepause im Schlosscafé Vorwerg konnten sich die Teilnehmer erholen.

Dresden und Elbsandsteingebirge

Am dritten Tag startete der Bus schon sehr früh in Richtung Dresden, wo die Gruppe von ihrem Dresdner Gästeführer erwartet wurde. Drei Tage lang führte er die Meerbuscher durch sein geliebtes "Elbflorenz". Vom zentral gelegenen Hotel an der Prager Straße, gleich gegenüber vom Hauptbahnhof, startete ein erstes Kennenlernen der Stadt mit Bus und anschließend zu Fuß. Am Nachmittag stand eine Führung durch die Semperoper auf dem Plan, und am Abend erlebten die Besucher aus Meerbusch eine Aufführung der Mozartoper "Don Giovanni" in diesem weltbekannten Opernhaus. Die Semperoper wurde zwischen 1838 und 1841 von Gottfried Semper errichtet und fiel der Bombardierung Dresdens am 13. und 14. Februar 1945 zum Opfer. Der Wiederaufbau erfolgte ab 1977 noch zu DDR-Zeiten, die Wiedereröffnung wurde 1985 mit der Aufführung des "Freischütz" gefeiert; es war das Werk, mit dem das Opernhaus am 31. August 1944 geschlossen worden war. Die Semperoper gilt als eines der schönsten Opernhäuser weltweit und ist Sitz und Hauptspielstätte der Sächsischen Staatskapelle Dresden.

Am vierten Tag standen zwei geführte Museumsbesuche auf dem Programm: "Die Alten Meister" im Zwinger und anschließend die Historische Museumssammlung im Neuen Grünen Gewölbe. Der Zwinger ist wohl das bedeutendste Bauwerk des Spätbarocks. Von 1710 bis 1728 wurde der Zwinger als Orangerie und höfischer Festspielplatz vom Architekten Pöppelmann und dem Bildhauer Permoser entworfen und erbaut. Das Grüne Gewölbe ist die Historische Museumssammlung der ehemaligen Schatzkammer der Wettiner Fürsten von der Renaissance bis zum Klassizismus. Im Gegensatz zum Historischen Grünen Gewölbe ist das Neue Grüne Gewölbe als modernes Schatzkammer-Museum in schlichten Räumen ohne historisches Ambiente eingerichtet. In zehn Sälen mit verhängten Fenstern werden die fast 1.100 Objekte der Sammlung unter Kunstlicht in 200 Vitrinen gezeigt. Das Historische Grüne Gewölbe und das Neue Grüne Gewölbe befinden sich im Westteil des Dresdner Residenzschlosses. Der Renaissancebau entstand am Ende des 15. Jahrhunderts als neues Machtzentrum der sächsischen Kurfürsten und Könige und wurde nach einem Brand im Jahr 1701 noch einmal unter August dem Starken wiedererrichtet.
Erwähnt werden muss noch der Fürstenzug, ein 102 Meter langes Wandbild aus 23.000 Meissener Porzellankacheln. Das Kunstwerk gilt als das größte Porzellanwandbild der Welt und stellt die Ahnengalerie der zwischen 1127 und 1873 in Sachsen herrschenden Markgrafen, Herzöge, Kurfürsten und Könige aus dem Geschlecht des Fürstenhauses Wettin dar.
Ein weiteres berühmtes Ziel in Dresden muss hier noch erwähnt werden: die Pfunds Molkerei. Sie wurde 1880 von den Gebrüdern Pfund gegründet und gilt als "der schönste Milchladen der Welt". Handgemalte Majolikafliesen verzieren die Wände, den Boden und den Verkaufstresen mit fantasievollen Fabelwesen, floralen Elementen und Motiven aus der Milchwirtschaft. Hier fanden die Teilnehmer endlich mal eine lang ersehnte Gelegenheit, einige Mitbringsel für ihre Lieben zuhause zu kaufen.
Am Mittag erlebten die Meerbuscher eine Orgelandacht in der Frauenkirche. Hier kurz einige Bemerkungen zur Frauenkirche: Die wieder aufgebaute monumentale protestantische Kirche ist das alte und neue Wahrzeichen und das Herzstück und touristischer Magnet der Stadt. Sie wurde zwischen 1726 und 1743 errichtet, am 13./14. Februar 1945 zerstört und konnte seit den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts durch ein hohes Spendenaufkommen wieder aufgebaut werden. Im Zuge des Wiederaufbaus der Frauenkirche wurde auch der umgebende Neumarkt schrittweise rekonstruiert. Nach dem Zweiten Weltkrieg blieb der neben dem Altmarkt wichtigste innerstädtische Platz mit der symbolträchtigen Ruine der Frauenkirche für ein halbes Jahrhundert nahezu unberührt. Dann setzte eine rege Bautätigkeit ein, Quartier für Quartier entstehen jetzt wieder die typischen barocken Giebelhäuser. Und damit erhält Dresden sein neues altes Stadtzentrum zurück.

Am Abend genossen die Teilnehmer eine romantische Lichterfahrt auf der Elbe (auf Sächsisch heißt das "Abendbrotfahrt") bis Pillnitz und wieder zurück. Obwohl es etwas kühl und regnerisch war, bleibt die Fahrt mit diesem Schaufelraddampfer in bester Erinnerung. Und am Ende bot sich vor dem Anlegen an der Brühlschen Terrasse ein unvergesslich faszinierender Blick auf die illuminierte Altstadt mit der historischen Kulisse. Einfach großartig!

Am fünften Tag verließ die Gruppe Dresden für einen Tag, um das Elbsandsteingebirge/Sächsische Schweiz zu erkunden. Sie besichtigte die Festung Königstein, besuchte anschließend die Bastei und genoss ein gemeinsames Mittagessen mit typisch sächsischen Gerichten im Panoramarestaurant Bastei und einem Traumausblick über die Sandsteinfelsen ins Elbtal. Hier von der Bastei aus fällt das schmale Felsriff über fast 200 m steil zur Elbe ab. Unten liegt der Kurort Rathen mit seiner bekannten Felsenbühne, wo neben Karl Mays Winnetou auch Märchen, Theaterstücke und zurzeit die Komische Oper "Der Freischütz" aufgeführt werden. Nach einem guten Mittagessen ging die Fahrt zurück nach Pillnitz. Auch hier konnte uns unser Dresden-Führer viel zur Geschichte des einstigen Lustschlosses und der späteren Sommerresidenz von August dem Starken erzählen. Nur zirka 15 Kilometer vom Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt Dresden entfernt gelten Schloss & Park Pillnitz als die bedeutendste chinoise Schlossanlage in Europa. Das Ensemble aus Architektur und Gartenkunst liegt vor den Weinbergen harmonisch eingefügt in die Flusslandschaft des Elbtals. Mit seiner Vielfältigkeit gilt Schloss Pillnitz als perfektes Ausflugsziel für Kultur- und Gartenliebhaber und Familien.
Hier steht auch die Legenden umwobene Kamelie. Die Legende sagt, dass der schwedische Botaniker Karl Peter Thunberg vier Kamelienpflanzen von seiner Japanreise 1779 in die königlichen Gärten Kew bei London mitgebracht hat. Im Jahr 1801 soll sie vom Hofgärtner Terscheck an ihrem heutigen Standort ausgepflanzt worden sein. Um auch die harten Wintermonate zu überleben, wurde ganz nah neben der Kamelie ein Kamelienhaus gebaut, welches auf Schienen gelagert im Winter über die Kamelie geschoben wird. Mittlerweile ist die Pflanze 8.60 Meter hoch und hat einen Durchmesser von fast 11 Metern. In der Blütezeit von Mitte Februar bis April schmücken sie zehntausende glockenförmige kaminrote Blüten.
Dieser fünfte Tag bescherte den Teilnehmern zum Abschluss noch eine Fahrt zum Jagd- und ehemaligen Lustschloss Moritzburg. Seine heutige Gestalt erhielt die Moritzburg im 18. Jahrhundert unter August dem Starken. Das Schloss erhebt sich auf einer künstlichen Insel im Schlossteich. An diesem letzten Tag vor der Abreise erlebte die Gruppe ein weiteres sehr intensives, abwechslungsreiches und unvergessenes Programm. Wer Lust hatte, konnte nach Rückkehr im Hotel noch auf individuelle Weise Abschied von Dresden nehmen. Das allgemeine finale Kofferpacken setzte dann den Schlussstrich unter den Dresden-Besuch.

Rückfahrt mit Abstecher über Meißen

Am sechsten Tag startete der Bus bereits sehr früh in Richtung Heimat. Doch zunächst ging es nach Meißen, wo noch drei letzte Programmpunkte auf dem Plan standen. Meißen, auch die "Wiege Sachsens" genannt, ist die Kreisstadt des gleichnamigen Landkreises im Freistaat Sachsen. Ein zweistündiger Stadtrundgang durch die historische Altstadt führte vorbei an prächtigen Renaissance-Bürgerhäusern und alten Domherrenhöfen, dann über den Domplatz mit dem weithin sichtbaren Ensemble von Albrechtsburg und Dom. Anschließend folgte eine 1 ½-stündige Führung durch die Staatliche Meissener Porzellanmanufaktur. International berühmt wurde die Stadt durch die Herstellung des Meißner Porzellans, das als erstes europäisches Porzellan seit 1708 hergestellt wird. Die Manufaktur ging 1806 als "Königlich-Sächsische Porzellan-Manufaktur Meissen" aus dem Besitz der Krone in das Eigentum des sächsischen Fiskus über. Im Zuge der verfassungsmäßigen Erneuerung des staatlichen Eigentums nannte sich das Unternehmen ab 1918 "Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen". In der damaligen DDR war die Manufaktur ein Volkseigener Betrieb (VEB). Seit der Wiedervereinigung im Jahr 1991 firmiert sie als "Staatliche Porzellan-Manufaktur Meissen GmbH, deren Gesellschafter der Freistaat Sachsen ist. Die weltweit führende Porzellanmanufaktur gehört zu den international bekanntesten und ältesten deutschen Luxusmarken. Markenzeichen sind zwei gekreuzte Kurschwerter.
Das wirklich allerletzte Highlight der Reise war das Abschiedsessen im edlen Restaurant der Porzellanmanufaktur. Das von den Teilnehmern bereits vorab bestellte Menü wurde auf weißem Meissener Porzellan serviert. Im Restaurant herrschte eine gediegene Atmosphäre, alles war sehr stilvoll, die Menüs waren kunstvoll auf den Tellern angerichtet und schmeckten hervorragend, und dazu wurde ein vollmundiger, goldgelber Weißwein aus dem Meißener Anbaugebiet kredenzt. Köstlich! Die Teilnehmer waren unisono der Meinung, dass dieses Ambiente genau der richtige Abschluss für unsere MKK-Kulturreise war!

Nur noch durch zwei vorgeschriebene Kurzpausen unterbrochen rollte nun der Bus endgültig Richtung Meerbusch, und der erfahrene, immer freundliche und hilfsbereite, sympathische Fahrer schaffte seine Rückkehr ins Busdepot noch im Rahmen der vorgeschriebenen Lenkzeit. Nach sechs Tagen endete eine programmreiche, manchmal anstrengende - ich nannte sie immer "sportliche" Reise zu vielen interessanten Städten und Plätzen.

Wie heißt es so schön: Und nach der Reise ist vor der Reise! Und so sind wir schon wieder intensiv mit der Planung für 2019 beschäftigt.

Reiseleitung:
Stefanie Valentin
Gisela Saßmannshausen

 

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