Kulturkreis Meerbusch

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Samstag, 30. April 2022 23:09

Streetart in Düsseldorf

Am Mittwoch, dem 27. April 2022, erlebten 20 Teilnehmer*innen bei herrlichem Frühlingswetter einen ca. zweistündigen informativen und spannenden Rundgang mit dem Kunst- und Architekturhistoriker Klaus Siepmann durch Flingern-Süd.

Die Führung begann am B8 Center, einem Zweckbau  an der viel befahrenen Werdener Straße. Obwohl das Einkaufszentrum erst 2010 eröffnet wurde, soll es schon bald abgerissen werden, damit das riesige Areal neu gestaltet werden kann.

Auf einer Seitenwand des Centers befindet sich das im letzten Jahr anlässlich des alljährlichen Düsseldorfer 40 Grad - Urban Art Festivals entworfene  expressive, in Rosétönen gehaltene und symmetrisch aufgebaute  Fassadengemälde der Zwillingsbrüder Raoul und Davide Perré. Die Fassadenmalerei der international anerkannten Streetartkünsler, die lange Zeit in Düsseldorf lebten und sich schon als Teenager in der Kiefernstraße verewigten, soll beim Abriss des Centers erhalten bleiben.

Hauptgegenstand der Führung war die Betrachtung der Fassaden auf der überregional bekannten Kiefernstraße. Die Wohnhäuser der Straße stammen aus  dem Anfang des 20. Jahrhunderts, wurden von dem Architekturbüro Verheyen und Stobbe, das auch einige heute unter Denkmalschutz stehende Häuser in Oberkassel baute, als Werkswohnungen für die nahe "Düsseldorfer Eisen- und Drahtindustrie AG" errichtet. Es waren keine Mietskasernen, sondern unterschiedlich gestaltete Wohnhäuser, die  für die damaligen Verhältnisse einigen sanitären Komfort aufwiesen.

Als die Häuser 1975 an die Stadt verkauft und abgerissen werden sollten, gab es seit 1981 Hausbesetzungen. Die Kiefernstraße galt als der soziale Brennpunkt. 1988 mündete die Besetzung in offizielle Mietverträge mit den Bewohnern und die Häuser wurden saniert. Seit 2004  begann die individuelle Straßen- und Fassadengestaltung, zunächst auf der Straßenseite mit den ungeraden Hausnummern, in denen die ehemaligen Hausbesetzer leben.

Gleich am  Anfang  der Kiefernstraße  findet man das sich über drei Fassaden erstreckende längste Wandbild Deutschlands. Das Wort RESPEKT  zieht sich über die fantasievoll gestalteten Wände.

Mit unterschiedlichsten Graffiti - Käfern,  Drachen, Fortunaemblemen, Comicfiguren, Symbolen des Widerstands gegen Sicherheitsbehörden, etc.  - gestaltete u.a. die Gruppe Farbfieber um Klaus Klinger, der seit über 40 Jahren in der Kunstszene Düsseldorfs aktiv ist,  die Häuser  farbenfroh, plakativ und  kritisch.

Einige  sich außerhalb der Kiefernstraße befindende Kunstobjekte – zum Beispiel ein Beuys-Porträt in der Tradition des Pop Art oder ein mit Märchenmotiven verschönerter Sitzplatz – wurden am Ende der Führung betrachtet.

Zu einer Wiederholung des Besuchs dieses interessanten und sich stark verändernden Stadtteils animierten zum Schluss die verführerischen Düfte aus einem portugiesischen Restaurant,  in dem sich  früher die Kneipe „Schwan“ befand.

Christa Ahrens-Wilke

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