Kulturkreis Meerbusch

Samstag, 03 März 2018 14:13

Kinderbuchautor Armin Pongs liest in Gemeinschaftsgrundschule in Osterath

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Am 26. Februar fand die fünfte und letzte Lesung von Armin Pongs, dem bekannten Kinderbuchautor vom Chiemsee, in der Gemeinschaftsgrundschule in Osterath statt. Im Laufe der letzten Jahre besuchte er auf Initiative des MKK die Brüder-Grimm-Schule in Büderich, die Pastor-Jacobs-Schule in Lank, die Theodor-Fliedner-Schule in Lank und zuletzt die Martinusschule in Strümp. Da die Gemeinschaftsgrundschule erst vor einem Jahr neu gegründet wurde, wollten wir dem Schulleiter, Markus Niemann und seinem Team entsprechend Zeit und Raum lassen, um sich auf diesen Tag gut vorbereiten zu können.
Armin Pongs fühlte sich vom ersten Moment, als er die Schule betrat, sehr willkommen, und er war begeistert vom Engagement des Schulleiters und seiner gesamten Crew, die diesen Tag vorbereitet hatte. In Meerbusch hat er weitestgehend gute bzw. sehr gute Erfahrungen gemacht. Das ist nicht immer so; er weiß, wovon er redet, schließlich hat er in den letzten zehn Jahren 1200 Lesungen in Deutschland gehalten und somit kann er auf einen großen Erfahrungsschatz zurückblicken. Seine Lesungen haben einen hohen psychologischen Wert und sprengen eigentlich den Rahmen einer "normalen" Lesung und sind eher als "szenische" Lesung zu sehen.

Der Musikraum war perfekt für dieses Ereignis eingerichtet und bestuhlt. Die Lesungen erfolgen immer nach demselben "Schema". Sie beginnen gegen 8.30 Uhr und enden ca. 13 Uhr.
Jede Lesung dauert eine Unterrichtsstunde; sie beginnt mit den Erstklässlern und endet mit der vierten Jahrgangsstufe. Das Programm und der Anspruch verändern sich von Klasse zu Klasse, und der Autor liest aus seinen verschiedenen "Krokofil"-Büchern. die er jeweils gezielt für unterschiedliche Altersklassen im Grundschulalter geschrieben hat.

Wir waren erstaunt, was für pfiffige Erstklässler sich schon unter den Kleinsten befanden.
Mit den "Großen", also den Dritt- und Viertklässlern, machte er zum Beispiel eine Reise durch einige europäische Länder. Und da die Kinder heutzutage mit ihren Eltern viel verreisen, hatten die meisten gar kein Problem, Städte, Flüsse, Länder und sogar Kaiser, Könige und Königinnen zu benennen. Was mich persönlich überrascht hatte war, dass eine Drittklässlerin das Bild der Mona Lisa und den Namen des Malers schon kannte.

Vorbereitungsphase:

Einige Wochen vor dem Termin bekommt die Schule alle Unterlagen, vor allem den Text und die Noten für das Lied vom "Lesemillionär". Und die Lehrerinnen und Lehrer werden gebeten, den Kindern zu sagen, dass sie am Vorlesetag etwas "Krokofil-Grünes" tragen sollten.
Es gibt für die Krokofil-Lesungen drei Regeln:


1. Alle Kinder müssen leise sein und gut zuhören (ist auch heute weitestgehend gelungen).
2. Der Vorleser muss laut und deutlich lesen (ist ihm durchgängig gelungen).
3. Wenn er sich verliest und "Krokodil" statt "Krokofil" sagt, muss er zehn Liegestütze machen. Natürlich hat er sich verlesen und zur Strafe die zehn Liegestütze machen müssen! Aber erst am Ende seiner Lesung. Warum wohl? Weil er schlau ist und so die Kinder bei der Stange halten kann!

Mit seiner besonderen Art im Umgang mit Kindern und wegen seiner pädagogischen Tricks und großen Erfahrung schafft es Armin Pongs - meistens -, dass die Kinder wirklich still sitzen und ruhig zuhören. Und so wird die einstündige Leseveranstaltung für den größten Teil der Kinder zu einem besonderen und echt spannenden Erlebnis.

Der Kinderbuchautor steht immer beim Lesen vor der Klasse. Oftmals schaut er plötzlich ein Kind gezielt an, geht auf das Kind zu, als wenn er gerade nur dieses Mädchen oder diesen Jungen ansprechen will. Außerdem bezieht er die Kinder in seine Lesung ein, damit sie sich nicht langweilen, denn vor allem die Erst- und Zweitklässler haben ja noch ein Problem, eine ganze Stunde still zuzuhören. Und eventuelle kleine Störenfriede bemerkt er sofort. Die dürfen sich dann etwas separat von den anderen Kindern platzieren.
Ziemlich am Ende jeder Lesestunde erklärt er den Kindern, wie Bücher entstehen: Da gibt es einmal den Autor, den Illustrator, den Lektor, den Buchdrucker und letztlich den Buchbinder (seine Bücher werden nicht geklebt oder geheftet, sondern gebunden).
Seine Erfahrung hat gezeigt, dass viele Kinder meist sofort nach einer solchen Lesung richtig Lust aufs Lesen bekommen und dann auch am Ball bleiben. Die Schulen werden ihren Teil dazu tun müssen und ihre Kinder zum Lesen motivieren. Vielleicht führt Beharrlichkeit zum Ziel und dass die Kinder doch neben Fernseher, Computer, Playstation, Smarphone/i-Phone und anderen digitalen Errungenschaften vielleicht doch auch das Buch mit in ihren Alltag einbeziehen.
Das ist das Ziel vom Autor Armin Pongs und dem MKK!

Fazit: "Lesen macht reich an Fantasie."

Mit dieser fünften Lesung beendet der MKK das Projekt, denkt aber bereits jetzt schon über ein unterstützendes Anschlussprojekt nach.

Text und Fotos: Steffi Valentin

 

 

Gelesen 331 mal Letzte Änderung am Samstag, 03 März 2018 14:33

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