Inhalt:

- Begräbnismöglichkeiten im Bereich des ehemaligen Klosters

- Grabplatte Elisabeth von Zweiffel 

- Grabstein Hanneckes

- Unterschutzstellung und öffentlicher Zugang

Begräbnismöglichkeiten im Bereich des ehemaligen Klosters

Im Beitrag Friedhof Büderich werden zunächst die Begräbnismöglichkeiten im Bereich des ehemaligen Klosters Meer dargestellt: Im Kircheninnenraum, im Kreuzgang des Klosters, im Grabkeller und außerhalb der Klausur.  Außerdem werden dort eine Grabplatte (Anna Margaretha von Alten aus dem Jahr 1735) und das Grabkreuz für den Kloster-Schmied Paulus Hanneckes (um 1732) abgebildet. Im folgenden werden beide näher dokumentiert.

Grabplatte Elisabeth von Zweiffel († 15.12.1651)

Standort: Fundort Gelände von Haus Meer (vorübergehend gesichert im Pavillon)

  

Haus Meer Grabplatte Elis. von Zweiff

Die Grabplatte der Elisabeth von Zweiffel, Professe zu Kloster Meer, ist das einzige bisher gefundene Denkmal für die Grabkultur des 17. Jh. auf dem Gelände von Kloster Meer.  Auf dem Gelände werden weitere Grabplatten bzw. Grabsteine vermutet. 

Die aus Trachyt bestehende Grabplatte in den Maßen 225 x 108 x 16 cm bedeckte ursprünglich einen Sarkophag. Sie enthält auf der Randleiste ein Schriftband mit nur zum Teil erhaltenen Schriftzeichen. Lesbar sind folgende Angaben zur Person (in Deutsch): "Am 15. Dezember im Jahre 1651 starb die ehrwürdige und wohledle Jungfrau Elisabeth von Zweiffel, Professschwester des Klosters...". Auf der Grabplatte befinden sich im oberen Teil eine Widmung an Christus und Maria und darunter (im größerenTeil der Platte) das Ehewappen der Eltern von Elisabeth.

Die ikonographische Interpretation zeigt, dass die Menschen des Barock auf eine persönliche und familiäre Repräsentation Wert legten. Und so mischt sich in der Grabplatte der Elisabeth von Zweiffel kirchliches und weltliches Gedankengut. 

Foto/Literaturhinweise:

Foto: Heinz Ruyter/Volker Vontin, Meerbuscher Geschichtshefte, H. 18 (2001), S. 14

Vogelsang, Rosemarie: Elisabeth von Zweiffel - eine Professe zu Kloster Meer, in: Meerbuscher Geschichtshefte, H. 18 (2001), S. 14-28 (darin wird eine Restaurierung angemahnt und eine öffentliche Präsentation angeregt)

Vogelsang, Rosemarie: Die Grabplatte der Elisabeth von Zweifel † 15.12.1651 zu Kloster Meer, Info 4 (April 2001) der "Aktionsgemeinschaft Rettet Haus Meer" (darin wird ein Antrag zur Unterschutzstellung der Grabplatte als bewegliches Bodendenkmal angekündigt). Der Name "Zweifel" wird nach Angaben der Autorin häufiger mit zwei als mit einem "f" geschrieben.

(Anm.: Deshalb hat die Projektgruppe in ihrem Beitrag die Schreibweise "Zweiffel" gewählt). 

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Grabstein Hanneckes († 1732)

Strandort: Fundort Gelände von Haus Meer (vorübergehend gesichert im Pavillon)

Haus Meer Grabstein Hanneckes

Der Grabstein des ehemaligen Klosterschmieds Paulus Hanneckes aus Altenkirchen aus dem Jahre 1732 ist ein Trachyt. Der Grabstein ähnelt in der Form (Kreuz mit abgerundeten Balkenenden und Balkenkopf) anderen Grabsteinen in Meerbusch, z.B. den fünf Grabsteinen vom früheren Kirchhof an der Pfarrkirche St. Stephanus in Lank (jetzt auf dem Friedhof Lank I). 

Foto/Literaturhinweise:

Foto: Stadt Meerbusch

Lutum, Reinhard und Vogelsang, Rosemarie: Denkmalpflege in der Stadt Meerbusch 2010 - ausgewählte Beispiele - hier: Kloster Meer ein Grabstein von 1732, in: Meerbuscher Geschichtshefte, H. 27 (2010), S. 163-166. (Darin heißt es auf S. 166: "Die Untere Denkmalbehörde hat den Grabstein des Paulus Hanneckes mit dem der Professe Elisabeth von Zweiffel für ein zukünftiges Lapidarium auf dem Areal Haus Meer gesichert. Es besteht die Annahme, mit Hilfe des noch nicht veröffentlichten Grabungsberichtes von Hugo Borger weitere Grabsteine zu finden.")

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Unterschutzstellung und öffentlicher Zugang

Bei der Unterschutzstellung der beiden denkmalwürdigen Funde durch Eintragung in die Denkmalliste (als eigens gelistete Denkmäler oder in der Form einer Erweiterung der vorhandenen Eintragungen Nr. 145 bzw. BD 5) sollten die in der Dokumentation und Analyse "Haus Meer in Meerbusch" (H. 3 der Schriftenreihe des Geschichtsvereins Meerbusch - PDF-Datei - ca. 270 Seiten) von Martin Vollmer-König ( S. 104 ff) und Rosemarie Vogelsang (S. 126 ff.) beschriebenen Funde mit einbezogen werden.

Die Funde bedürfen einer Restaurierung und sollten in geeigneter Form der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.