Grabmal Naaf

friedhof lank i

Friedhofsplan ("Belegplan")

 

Einen Überblick über den Friedhof einschließlich seiner Geschichte bietet die Seite Friedhof in Lank (wir gerade erstellt) im Internetportal "Kirchen-Kunst-Kultur". Der in Felder eingeteilte "Belegplan" (s.o.) erleichtert die Auffindung der Grabmale. Diese in Unteralben einzeln dargestellt. Wenn die Grabmale nach dem Denkmalschutzgesetz des Landes NRW in die Denkmallise der Stadt eingetragen sind, erhalten sie den Zusatz: "Am ...als Grabdenkmal in die Denkmalliste eingetragen".

Der Friedhof I in Lank an der Rheinstraße  wurde 1833/1834 angelegt. Auf ihm befinden sich noch Steine vom alten Kirchhof an der Kirche St. Stephanus,  darunter das sog. "arma-christi - Kreuz", das zwar nach Eintragung in der Denkmalliste (Nr. 73 - 77)  unter Denkmalschutz steht, aber dort nicht näher beschrieben wird. Deshalb stellen wir es in dieser Dokumentation vor. Wir danken Herrn Rolf Lorenzen, Steinmetz- und Steinbildhauermeister in Lank,  für die Unterstützung bei der Bestimmung des Materials der Steine auf dem Friedhof Lank I.

Auf dem Friedhof stehen weitere Steine, die früher mal Grabsteine waren, heute der  Markierung und Dekoration des Wegesystems dienen. Über sie wissen wir jedoch bis auf das "zentrale Hochkreuz" (am Ende des Weges von der Kaiserswerther Straße aus) wenig, um sie historisch oder künstlerisch näher einordnen zu können. Sie stehen vom Eingang Rheinstraße kommend rechts (Hochkreuz der Familie Zens, ein Sandstein mit Schrift auf eingelegtem Diabas) und halblinks ( ein Kreuz aus der Denkmalliste Nr. 73 - 77, verdeckt im Gebüsch) und von der  Kaiserswerther Straße kommend am Eingang gleich rechts und als zentrales Hochkreuz geradeaus (aus Sandstein). Die bereits "gelisteten" Kreuze  (Nr. 73 - 77) sollten, auch wenn sie heute nicht mehr auf Grabstätten stehen, aus historischen Gründen gesichert werden.

Lit. zum "zentralen Hochkreuz": Kunze, Mike: Was vom Leben bleibt - Grabsteine als lokalhistorische Quelle (Tel.I), in: Meerbuscher Geschichtshefte, Heft 27 (2010), S. 151

 (Fotos der  vier Steine in einer Zeile aufnehmen)

Inhalt:

- Grabstein "arma-christi" (einer der Steine Nr. 73 - 77 der Denkmalliste) 

- Doppelgrabanlage Münker/Kohtes

- Grabstein Cames

- Grabstein van Dawen

- Grabstein der Geschwister van Haag 

- Grabstein Porth

- Grabstein Stapper/Brors

- Grabstein Gudrun und Siegfried Naaf

Friedhof Lank I: Grabstein "arma-christi" (einer der alten Kreuze aus der Denkmalliste 73 - 77)

Standort: Rechts vom Eingang Rheinstraße nahe am Zaun, außerhalb der Felder und Reihen

      Frh LI arma christi Bildseite Haefs                      Frh LI arma christi Textseite Haefs     

Fünf barocke Sandsteine in der Form eines Grabkreuzes aus dem 17. bzw. 18. Jahrhundert sind unter Nr. 73 - Nr. 77 in der Denkmalliste der Stadt aufgeführt, allerdings ohne Tag der Eintragung, ohne Foto und ohne nähere Beschreibung. Sie stammen alle vom ehemaligen Kirchhof an St. Stephan und wurden mit der Anlage des Friedhofs Lank I 1833/34 dorthin transloziert. Einer von ihnen steht auf dem Friedhof Lank II.  

Das wohl bedeutendste Kreuz aus dieser Serie, das sog. Arma-Christi-Kreuz, steht auf dem Friedhof Lank I. Es verdient wegen seiner reichhaltigen symbolischen Ikonographie unsere besondere Aufmerksamkeit und wird deshalb hier dokumentiert. 

Es ist ein Kreuz aus Sandstein in den Maßen: H=110 cm, B=62 cm.

Die eingeschlagene Inschrift auf der Vorderseite lautet:

A[O]

HENRICH HULTERS

VND GERTRAUDT STILLMA

N[N]S EHELEVT DIE EHRSAM

IST GESTORBEN DEN

Ein Datum wurde nicht eingraviert. Dem Sterbebuch der Pfarre Lank ist zu entnehmen, dass ein „Henricus Hülters“ am 3.8.1716 in Lank beerdigt wurde. Mehr ist bislang zu diesem Namen nicht bekannt. 

Von besonderer Bedeutung ist jedoch die Gestaltung der Rückseite des ehemaligen Grabkreuzes. Dargestellt sind um das Kreuz herum gruppiert die Leidenswerkzeuge (lat. „arma“) Christi und Symbole der Leidensgeschichte: Dornenkrone und Zange, Geißeln, Ruten, Kreuznägel, Lanze des römischen Soldatenhauptmanns Longinus und Stock mit dem Essigschwamm, Leiter für die Kreuzabnahme, Geldbeutel des Judas, Würfel der Soldaten.

Lanze und Stock kreuzen sich und bilden eine Diagonale. Dieses Gestaltungsmuster findet sich häufig auch auf anderen Grabkreuzen in der Region. In Meerbusch gibt es jedoch nur dieses Exemplar. Eine stark reduzierte Form der  Arma-Christi-Symbolik finden wir am unteren Ende des Kreuzes an der nördlichen Außenwand des Turmes von St. Stephanus.

Zu prüfen wäre, ob alle fünf alten Grabkreuze an geeigneterer  Stelle auf dem Friedhof oder in der Nähe der Kirche für die Öffentlichkeit ausgestellt werden könnten. 

Der „Arma-Christi Stein" ist bereits stark verwittert,  Ikonographie und die Inschrift sind jedoch ( bei Streiflicht) noch zu lesen. Der Stein zeigt Risse auf und ist leicht vermoost. Er sollte deshalb möglichst bald restauriert werden. 

Fotos/Literaturhinweise:

Fotos: Haefs, Theo

Jürgens, Franz-Jürgens und Haefs, Theo: Ein Grabstein vom alten Kirchhof an St. Stephanus Lank-Latum, in: Dä Bott 40/2013, S. 52 - 54

Klütsch, Margot: Spiegel mit vielen Facetten - Friedhöfe und Grabmalkunst in Meerbusch, in: Jahrbuch für den Rhein-Kreis Neuss 2013, S. 202/203

Kunze, Mike: Was vom Leben bleibt - Grabsteine als lokalhistorische Quelle (Teil 1), in: Meerbuscher Geschichtshefte, H. 27, Meerbusch 2010, S. 152