Besuch der Skulpturenhalle der Thomas Schütte Stiftung und einer Ausstellung von Paloma Varga Weisz am 22. Juli 2017

Der Weg war uns fast vertraut, denn die Skulpturenhalle der Thomas Schütte Stiftung liegt zwischen dem Gelände des Museums Insel Hombroich, dem Kirkebey-Feld, der ehemaligen Raketenstation und der Langen Foundation.

Modelle für imaginäre Bauten gehörten zu Schüttes frühen Tätigkeitsfeldern, doch blieben sie fiktive Bilder. Mit der Skulpturenhalle entstand der bisher größte Bau, ausgehend von der Idee einer Streichholzschachtel mit einem Kartoffelchip als Dach. Der Zweck, eine Ausstellungshalle zur Präsentation eigener Werke aber auch skulpturaler Fremdkunst und die Kellergeschosse zur Einlagerung der eigenen Werke, wenn sie denn nicht ausgestellt sind. (Wohin damit). Frau Dr. Margot Klütsch hat uns mit all diesen Einzelheiten vertraut gemacht, aufmerksam auch auf die geniale Architektur der Halle, eine überdimensionierte Skulptur.

Auch die ungarisch-deutsche Künstlerin Paloma Varga-Weisz - kommend aus der Holzbildhauerei - hat die Halle mit Skulpturen bespielt. Die zunächst betrachteten kleinen Tierfiguren haben menschliche Züge mit leicht hintersinnigen Veränderungen. Die großen Arbeiten machen bei längerem Betrachten sehr nachdenklich und hinterlassen ein Gefühl der Schwere. Da die Familiengeschichte der Künstlerin im zweiten Weltkrieg von Leid geprägt war, wirken die Arbeiten wie durch ein Trauma der zweiten Generation gezeichnet.

Die klassische Moderne ist den meisten von uns sehr vertraut. Nach diesem Nachmittag bleibt viel Nachdenkliches zurück. Ein Ausstellungsbesuch der anderen Art.

Freigegeben in Neues vom MKK